Mittwoch, 12. September 2007 von: Christoph Luke
ÖFB-Team: Best of Böse
Es geht immer noch schlimmer. Ein paar Beobachtungen mit einem Tag Abstand zum 0:2 gegen Chile lassen die Grausbirnen erst richtig aufsteigen.

Christoph Luke
Es war vieles katastrophal und erschreckend, was jeder, der das Spiel im Stadion oder vor dem Fernseher verfolgte, sah. Stellvertretend dafür eine Aufarbeitung dieses Länderspiel-Abends – ein „Best of Böse“ der Nationalmannschaft.
• Da wäre zum einen eine verängstigte und verunsicherte Mannschaft, die sich vor jedem Spiel viel vornimmt, ihre Vorhaben dann aber nicht in die Tat umsetzt. Vor der Partie gegen die Südamerikaner schworen sich die Spieler im Kollektiv ein, wie es eine Tageszeitung vor der peinlichen Niederlage plakativ darstellte. Sanel Kuljic schwor etwa, dass die Fans im Prater Tore zu sehen bekommen würden. Er sollte Recht behalten.
• Da wäre weiters die große Ratlosigkeit nach Schlusspfiff. „Wie sieht Deine Erklärung für dieses Spiel aus?“, wurde Joachim Standfest gefragt. „Ich habe keine“, sagte der Austria-Kicker. „Ich bin ratlos“, ergänzte sein Kollege Roland Linz, einer der schwächsten Akteure auf dem Rasen, der von den Fans bei seiner Auswechslung eine Extra-Portion Pfiffe serviert bekam.
• Da war die schüttere Kulisse von 12.000 Zuschauern im weiten Ernst-Happel-Oval. Der harte Fan-Kern bemühte sich redlich, spannte ein überdimensionales Team-Dress mit der Nummer 12 (symbolisch für den zwölften Mann auf den Rängen) auf und unterstützte die Mannschaft nach Kräften. Gegen gellende Pfeifkonzerte (Jimmy Hoffer: „Die Pfiffe waren nicht korrekt“) gegen die eigene, Applaus für die gegnerische Mannschaft und „Hicke raus“-Rufe waren aber auch die wenigen Fanklubs machtlos.
• Das Gerücht, dass Hicke Routinier Ivica Vastic nun doch ins Team-Boot holen wolle, machte nach dem Spiel schnell die Runde im Wiener Prater. Der Teamchef dementierte am nächsten Tag. Es wäre ein Abweichen vom eingeschlagenen Weg mit Österreichs Jung-Kickern. Immerhin konsequent. Und sind wir uns ehrlich – wie oft haben wir uns in der Vergangenheit schon über grottenschlechte Partien von Vastic im Teamdress geärgert?
• Da war die beängstigende Stille nach Ende jenes Spiels, das 270 Tage vor dem Ankick der EURO den absoluten Tiefpunkt einer negativen Entwicklung darstellte. Wie sportnet.at erfuhr, sagte Teamchef Josef Hickersberger in der Kabine kein Sterbenswort zu seiner Mannschaft. Kein Gespräch mit der Gruppe, kein spontanes Aufarbeiten der Geschehnisse, soweit dies unmittelbar nach einem Spiel möglich ist. Und für unser Team von entscheidender Bedeutung zu sein scheint.
• Denn Rene Aufhauser war es, der bedauerte, dass „wir uns jetzt wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreuen. Wir können die Ereignisse mit zwei oder drei Tagen Abstand nicht gemeinsam besprechen und analysieren.“ Das mag zwar alles sein, klingt aber gelinde gesagt schon wie eine Ausrede, sollte es in den nächsten Spielen gegen Schweiz und Elfenbeinküste wieder nicht klappen. Jedes Nationalteam der Welt hat mit dem gleichen dichten Terminplan zu kämpfen wie Österreichs Elite-Kicker. Man darf von erwachsenen Menschen doch erwarten, dass sie ein Spiel auch nach ein paar Wochen auseinander pflücken und sich gegenseitig die Leviten lesen können.
• Da gab es eine angedeutete Rücktrittserklärung von Hickersberger, ehe er am Mittwoch wieder zurück ruderte. Dafür aber seinen Spielern medial ausrichten ließ, dass sich so mancher die EM aufzeichnen könne, wenn er sich nicht eklatant steigere. Zwei der aktuellen Top-Kandidaten auf einen Platz vor dem Fernseher: Roland Linz und Thomas Prager. An Alternativen mangelt es kaum. So scharren Kärntens Zlatko Junuzovic, Rapids Ümit Korkmaz und Veli Kavlak in den Startlöchern, um nur wenige Namen zu nennen. Warum man es nicht etwa auch einmal mit Austrias Andreas Lasnik probiert, bleibt ebenfalls ein Geheimnis des Trainerteams. Und kann man Paul Scharners getötetem Patriotismus vielleicht auch wieder Leben einhauchen?
Als Fußball-Fan hat man auch schon einmal mehr gelacht.
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ÖFB-Team: Best of Böse
Es geht immer noch schlimmer. Ein paar Beobachtungen mit einem Tag Abstand zum 0:2 gegen Chile lassen die Grausbirnen erst richtig aufsteigen.
Es war vieles katastrophal und erschreckend, was jeder, der das Spiel im Stadion oder vor dem Fernseher verfolgte, sah. Stellvertretend dafür eine Aufarbeitung dieses Länderspiel-Abends – ein „Best of Böse“ der Nationalmannschaft.
• Da wäre zum einen eine verängstigte und verunsicherte Mannschaft, die sich vor jedem Spiel viel vornimmt, ihre Vorhaben dann aber nicht in die Tat umsetzt. Vor der Partie gegen die Südamerikaner schworen sich die Spieler im Kollektiv ein, wie es eine Tageszeitung vor der peinlichen Niederlage plakativ darstellte. Sanel Kuljic schwor etwa, dass die Fans im Prater Tore zu sehen bekommen würden. Er sollte Recht behalten.
• Da wäre weiters die große Ratlosigkeit nach Schlusspfiff. „Wie sieht Deine Erklärung für dieses Spiel aus?“, wurde Joachim Standfest gefragt. „Ich habe keine“, sagte der Austria-Kicker. „Ich bin ratlos“, ergänzte sein Kollege Roland Linz, einer der schwächsten Akteure auf dem Rasen, der von den Fans bei seiner Auswechslung eine Extra-Portion Pfiffe serviert bekam.
• Da war die schüttere Kulisse von 12.000 Zuschauern im weiten Ernst-Happel-Oval. Der harte Fan-Kern bemühte sich redlich, spannte ein überdimensionales Team-Dress mit der Nummer 12 (symbolisch für den zwölften Mann auf den Rängen) auf und unterstützte die Mannschaft nach Kräften. Gegen gellende Pfeifkonzerte (Jimmy Hoffer: „Die Pfiffe waren nicht korrekt“) gegen die eigene, Applaus für die gegnerische Mannschaft und „Hicke raus“-Rufe waren aber auch die wenigen Fanklubs machtlos.
• Das Gerücht, dass Hicke Routinier Ivica Vastic nun doch ins Team-Boot holen wolle, machte nach dem Spiel schnell die Runde im Wiener Prater. Der Teamchef dementierte am nächsten Tag. Es wäre ein Abweichen vom eingeschlagenen Weg mit Österreichs Jung-Kickern. Immerhin konsequent. Und sind wir uns ehrlich – wie oft haben wir uns in der Vergangenheit schon über grottenschlechte Partien von Vastic im Teamdress geärgert?
• Da war die beängstigende Stille nach Ende jenes Spiels, das 270 Tage vor dem Ankick der EURO den absoluten Tiefpunkt einer negativen Entwicklung darstellte. Wie sportnet.at erfuhr, sagte Teamchef Josef Hickersberger in der Kabine kein Sterbenswort zu seiner Mannschaft. Kein Gespräch mit der Gruppe, kein spontanes Aufarbeiten der Geschehnisse, soweit dies unmittelbar nach einem Spiel möglich ist. Und für unser Team von entscheidender Bedeutung zu sein scheint.
• Denn Rene Aufhauser war es, der bedauerte, dass „wir uns jetzt wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreuen. Wir können die Ereignisse mit zwei oder drei Tagen Abstand nicht gemeinsam besprechen und analysieren.“ Das mag zwar alles sein, klingt aber gelinde gesagt schon wie eine Ausrede, sollte es in den nächsten Spielen gegen Schweiz und Elfenbeinküste wieder nicht klappen. Jedes Nationalteam der Welt hat mit dem gleichen dichten Terminplan zu kämpfen wie Österreichs Elite-Kicker. Man darf von erwachsenen Menschen doch erwarten, dass sie ein Spiel auch nach ein paar Wochen auseinander pflücken und sich gegenseitig die Leviten lesen können.
• Da gab es eine angedeutete Rücktrittserklärung von Hickersberger, ehe er am Mittwoch wieder zurück ruderte. Dafür aber seinen Spielern medial ausrichten ließ, dass sich so mancher die EM aufzeichnen könne, wenn er sich nicht eklatant steigere. Zwei der aktuellen Top-Kandidaten auf einen Platz vor dem Fernseher: Roland Linz und Thomas Prager. An Alternativen mangelt es kaum. So scharren Kärntens Zlatko Junuzovic, Rapids Ümit Korkmaz und Veli Kavlak in den Startlöchern, um nur wenige Namen zu nennen. Warum man es nicht etwa auch einmal mit Austrias Andreas Lasnik probiert, bleibt ebenfalls ein Geheimnis des Trainerteams. Und kann man Paul Scharners getötetem Patriotismus vielleicht auch wieder Leben einhauchen?
Als Fußball-Fan hat man auch schon einmal mehr gelacht.
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