,

 

  Kolumnen Newsletter Community Forum Game-Zone

Freitag, 29. Jänner 2010    von: David Szlezak

Eine überragende EM

Hallo liebe sportnet.at-User! Die Europameisterschaft ist aus österreichischer Sicht überragend gelaufen. Ich gebe es gerne zu: Es war zwar klar, dass die Mannschaft Potenzial hat, aber diesen Auftritt hätte ich ihr in der Form nicht zugetraut.


David Szlezak
David Szlezak

Dass dieses Potenzial auch in den entscheidenden Situationen abgerufen wurde, zeugt von einer zusätzlichen Qualität, genauso wie solche Leistungen über einen langen Zeitraum zu erbringen. Es ist natürlich toll, dass das Turnier - sozusagen als runder Abschluss - mit einem Sieg und als nette Randnotiz einen Platz vor Deutschland beendet wurde.

Ein Wahnsinn wie die Spieler über ihre Grenzen gegangen sind. Wie sich Viktor (Szilagyi, Anm.) trotz Verletzung zurückgekämpft und die letzten beiden Partien bestritten hat. Die Spieler haben sich jetzt auf alle Fälle den ein oder anderen Mannschaftsabend und ein nettes Wochenende mehr als verdient.

Stamm schon lange gemeinsam

Als wir die EM bekommen haben, wäre mein ursprünglicher Plan gewesen, die EM noch zu bestreiten. Diese Entscheidung hätte ich damals nicht getroffen, wenn ich nicht an das Potenzial der Mannschaft geglaubt hätte, auch wenn wir damals noch sehr weit von der Weltspitze weg waren.

Der Stamm der Mannschaft spielt – bis auf wenige Ausnahmen – schon sehr lange zusammen. Es ist fast die gleiche Truppe, die vor zwei Jahren gegen die Ukraine so sang- und klanglos untergegangen ist, die im EM-Playoff um ein Tor an der Slowakei gescheitert ist. In der Zwischenzeit hat sich im ÖHB allerdings viel getan, nicht nur der Trainerwechsel. Die Spieler sind älter geworden, haben an Routine gewonnen.

Internationale Beachtung

Das alles zusammen führte zu einem großen Potenzial, das aber auch erst abgerufen werden musste. Dass das schließlich auch gelungen ist, verdient höchste Anerkennung. Der tolle EM-Auftritt findet auch international Beachtung. Wann immer ich mit Leuten aus dem internationalen Handball spreche – seien es Pressevertreter, Funktionäre oder Spieler – bemerke ich, dass das Nationalteam mit ihren Leistungen Aufmerksamkeit erregt hat.

Starke Leistung, starker Auftritt

Wichtig war, dass niemand ausgelassen, jeder seine Rolle akzeptiert und erfüllt hat. Die Mannschaft hat sportlich und durch einen sympathischen Auftritt begeistert. In Linz ist das Team gut empfangen worden. Man wird auch in Zukunft noch lange von diesen Spielen sprechen, der Doppelpass zwischen Mannschaft und Publikum hat perfekt funktioniert und von dort aus hat sich die Euphorie aufgebaut.

Herauszuheben ist sicherlich noch Viktor als Führungsspieler, als Um und Auf der Mannschaft, auf und abseits des Platzes. Er hat seine internationale Klasse bewiesen und ich denke, dass er am Ende im All-Star-Team aufscheinen wird.

Steilvorlage nützen

Nun muss man natürlich versuchen, diese Plattform, die Steilvorlage, die die Mannschaft geschaffen hat, für das Wohl des Handball-Sports in Österreich zu nützen. Die Verantwortlichen sind nun gefordert, anzupacken. Das wird die große Herausforderung für die nächste Zeit.

Liebe Grüße

Euer David


David Szlezak absolvierte 157 Länderspiele für die österreichische Handball-Nationalmannschaft, war Legionär bei insgesamt fünf deutschen Vereinen und arbeitet in der Geschäftsstelle beim deutschen Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen.

David Szlezak wird unterstützt von www.digibet.com und arcotel.at

Eine überragende EM

Hallo liebe sportnet.at-User! Die Europameisterschaft ist aus österreichischer Sicht überragend gelaufen. Ich gebe es gerne zu: Es war zwar klar, dass die Mannschaft Potenzial hat, aber diesen Auftritt hätte ich ihr in der Form nicht zugetraut.

Dass dieses Potenzial auch in den entscheidenden Situationen abgerufen wurde, zeugt von einer zusätzlichen Qualität, genauso wie solche Leistungen über einen langen Zeitraum zu erbringen. Es ist natürlich toll, dass das Turnier - sozusagen als runder Abschluss - mit einem Sieg und als nette Randnotiz einen Platz vor Deutschland beendet wurde.

Ein Wahnsinn wie die Spieler über ihre Grenzen gegangen sind. Wie sich Viktor (Szilagyi, Anm.) trotz Verletzung zurückgekämpft und die letzten beiden Partien bestritten hat. Die Spieler haben sich jetzt auf alle Fälle den ein oder anderen Mannschaftsabend und ein nettes Wochenende mehr als verdient.

Stamm schon lange gemeinsam

Als wir die EM bekommen haben, wäre mein ursprünglicher Plan gewesen, die EM noch zu bestreiten. Diese Entscheidung hätte ich damals nicht getroffen, wenn ich nicht an das Potenzial der Mannschaft geglaubt hätte, auch wenn wir damals noch sehr weit von der Weltspitze weg waren.

Der Stamm der Mannschaft spielt – bis auf wenige Ausnahmen – schon sehr lange zusammen. Es ist fast die gleiche Truppe, die vor zwei Jahren gegen die Ukraine so sang- und klanglos untergegangen ist, die im EM-Playoff um ein Tor an der Slowakei gescheitert ist. In der Zwischenzeit hat sich im ÖHB allerdings viel getan, nicht nur der Trainerwechsel. Die Spieler sind älter geworden, haben an Routine gewonnen.

Internationale Beachtung

Das alles zusammen führte zu einem großen Potenzial, das aber auch erst abgerufen werden musste. Dass das schließlich auch gelungen ist, verdient höchste Anerkennung. Der tolle EM-Auftritt findet auch international Beachtung. Wann immer ich mit Leuten aus dem internationalen Handball spreche – seien es Pressevertreter, Funktionäre oder Spieler – bemerke ich, dass das Nationalteam mit ihren Leistungen Aufmerksamkeit erregt hat.

Starke Leistung, starker Auftritt

Wichtig war, dass niemand ausgelassen, jeder seine Rolle akzeptiert und erfüllt hat. Die Mannschaft hat sportlich und durch einen sympathischen Auftritt begeistert. In Linz ist das Team gut empfangen worden. Man wird auch in Zukunft noch lange von diesen Spielen sprechen, der Doppelpass zwischen Mannschaft und Publikum hat perfekt funktioniert und von dort aus hat sich die Euphorie aufgebaut.

Herauszuheben ist sicherlich noch Viktor als Führungsspieler, als Um und Auf der Mannschaft, auf und abseits des Platzes. Er hat seine internationale Klasse bewiesen und ich denke, dass er am Ende im All-Star-Team aufscheinen wird.

Steilvorlage nützen

Nun muss man natürlich versuchen, diese Plattform, die Steilvorlage, die die Mannschaft geschaffen hat, für das Wohl des Handball-Sports in Österreich zu nützen. Die Verantwortlichen sind nun gefordert, anzupacken. Das wird die große Herausforderung für die nächste Zeit.

Liebe Grüße

Euer David


David Szlezak absolvierte 157 Länderspiele für die österreichische Handball-Nationalmannschaft, war Legionär bei insgesamt fünf deutschen Vereinen und arbeitet in der Geschäftsstelle beim deutschen Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen.

David Szlezak wird unterstützt von www.digibet.com und arcotel.at