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Montag, 25. Jänner 2010    von: David Szlezak

Wer weiß, was passiert…

Das Spiel gegen Serbien war schlicht und einfach überragend, ein kleines Wunder im positiven Sinne. Wie sich die Mannschaft die komplette Vorrunde hindurch präsentiert hat, war in dieser Form nicht zu erwarten und nötigt mir den größten Respekt ab.


David Szlezak
David Szlezak

Vor allem wie sich das Team in dieser schwierigen Situation – Druck, großes Ziel vor Augen, 0:4-Rückstand – verhalten und am Schluss das Heft in die Hand genommen hat, ist aller Ehren wert. Aber nicht nur die Leistung von Thomas Bauer, sondern die kollektive Vorstellung hat mir besonders imponiert. Neben den etablierten Leistungsträgern gab es in entscheidenden Phasen immer wieder zwei, drei Spieler von der Bank, die auf den Punkt hin der Mannschaft helfen konnten.

Wunsch-Situation

Jetzt sind wir also in der Situation, die wir uns alle gewunschen haben. In Österreich kommt so etwas wie ein Handball-Euphorie auf. Auch in Tirol, das weniger handball-affin als zum Beispiel Vorarlberg ist, bin ich immer wieder auf die EM angesprochen worden, sogar auf der Skipiste.

Die Spieler wollten ja alle, dass es nach der Vorrunde weitergeht und haben das super umgesetzt. Jetzt geht es daran, das Ganze noch eine Woche lang zu genießen, aber natürlich nicht nur zu genießen. Es ist allerdings immer wieder zu beobachten, dass nach dem Erreichen eines großen Zieles die Spannung abfällt. Es wird eine ganz wichtige Aufgabe sein, die Spannung weiterhin hochzuhalten.

Großes Turnier von Szilagyi

Ein ganz großes Turnier hat bislang Viktor Szilagyi absolviert. Die letzten beiden Spiele waren von ihm absolut überragend. In dieser Form ist er ein hundertprozentiger Kandidat für das Allstar-Team. Ihm wird man in der Hauptrunde vielleicht noch den ein oder anderen Fehler mehr zugestehen müssen.

Dort ist die Mannschaft in allen drei Spielen wie gehabt Außenseiter. Aber sie wird auch in diesen Partien ihre Chance bekommen. Interessant wird zu sehen sein, wie das Team mit dem Substanzverlust klarkommt. Es wird darauf ankommen, wer die Spiele davor besser wegsteckt, wer noch die eine oder andere Alternative im Ärmel hat. Der Kraftverschleiß war ja am Sonntag bei Deutschland, Spanien oder Slowenien ganz deutlich erkennbar.

Mannschaft hätte Hexenkessel verdient

Außerdem geht es in eine neue Halle. Die Wiener Stadthalle ist wesentlich großräumiger, hoffentlich springt der Funke dennoch über. Da viele nicht mit dem Aufstieg gerechnet haben und aufgrund der kurzen Pause zwischen Vor- und Hauptrunde gibt es übrigens noch genügend Karten. Ein Hexenkessel wäre für die Mannschaft extrem wichtig und den hätte sie sich nach den bisherigen Leistungen auch absolut verdient.

Alles ist möglich

Kroatien ist der große Favorit in der Gruppe. Dänemark hat sich mit der Niederlage gegen Island ein klassisches Eigentor geschossen. Nun sind die Isländer wiederum in einer guten Ausgangslage für das Halbfinale. Grundsätzlich ist in der Gruppe aber noch alles möglich. Und wer weiß, was passiert, wenn es gegen Norwegen zur Halbzeit Unentschieden steht. Es wäre zwar noch ein weiter Weg, aber man sollte auch nicht zu wenig erwarten.

In der Hauptrunden-Gruppe B hat Tschechien gegen Slowenien überrascht und die theoretische Chance gewahrt. Die Franzosen werden wohl ihren Weg ins Halbfinale machen. Polen hat mir sehr gut gefallen, vor allem mannschaftlich, und Spanien dominiert. Meine Favoriten für das Halbfinale daher: Polen und Frankreich.

Liebe Grüße

Euer David


David Szlezak absolvierte 157 Länderspiele für die österreichische Handball-Nationalmannschaft, war Legionär bei insgesamt fünf deutschen Vereinen und arbeitet in der Geschäftsstelle beim deutschen Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen.

David Szlezak wird unterstützt von www.digibet.com und arcotel.at

Wer weiß, was passiert…

Das Spiel gegen Serbien war schlicht und einfach überragend, ein kleines Wunder im positiven Sinne. Wie sich die Mannschaft die komplette Vorrunde hindurch präsentiert hat, war in dieser Form nicht zu erwarten und nötigt mir den größten Respekt ab.

Vor allem wie sich das Team in dieser schwierigen Situation – Druck, großes Ziel vor Augen, 0:4-Rückstand – verhalten und am Schluss das Heft in die Hand genommen hat, ist aller Ehren wert. Aber nicht nur die Leistung von Thomas Bauer, sondern die kollektive Vorstellung hat mir besonders imponiert. Neben den etablierten Leistungsträgern gab es in entscheidenden Phasen immer wieder zwei, drei Spieler von der Bank, die auf den Punkt hin der Mannschaft helfen konnten.

Wunsch-Situation

Jetzt sind wir also in der Situation, die wir uns alle gewunschen haben. In Österreich kommt so etwas wie ein Handball-Euphorie auf. Auch in Tirol, das weniger handball-affin als zum Beispiel Vorarlberg ist, bin ich immer wieder auf die EM angesprochen worden, sogar auf der Skipiste.

Die Spieler wollten ja alle, dass es nach der Vorrunde weitergeht und haben das super umgesetzt. Jetzt geht es daran, das Ganze noch eine Woche lang zu genießen, aber natürlich nicht nur zu genießen. Es ist allerdings immer wieder zu beobachten, dass nach dem Erreichen eines großen Zieles die Spannung abfällt. Es wird eine ganz wichtige Aufgabe sein, die Spannung weiterhin hochzuhalten.

Großes Turnier von Szilagyi

Ein ganz großes Turnier hat bislang Viktor Szilagyi absolviert. Die letzten beiden Spiele waren von ihm absolut überragend. In dieser Form ist er ein hundertprozentiger Kandidat für das Allstar-Team. Ihm wird man in der Hauptrunde vielleicht noch den ein oder anderen Fehler mehr zugestehen müssen.

Dort ist die Mannschaft in allen drei Spielen wie gehabt Außenseiter. Aber sie wird auch in diesen Partien ihre Chance bekommen. Interessant wird zu sehen sein, wie das Team mit dem Substanzverlust klarkommt. Es wird darauf ankommen, wer die Spiele davor besser wegsteckt, wer noch die eine oder andere Alternative im Ärmel hat. Der Kraftverschleiß war ja am Sonntag bei Deutschland, Spanien oder Slowenien ganz deutlich erkennbar.

Mannschaft hätte Hexenkessel verdient

Außerdem geht es in eine neue Halle. Die Wiener Stadthalle ist wesentlich großräumiger, hoffentlich springt der Funke dennoch über. Da viele nicht mit dem Aufstieg gerechnet haben und aufgrund der kurzen Pause zwischen Vor- und Hauptrunde gibt es übrigens noch genügend Karten. Ein Hexenkessel wäre für die Mannschaft extrem wichtig und den hätte sie sich nach den bisherigen Leistungen auch absolut verdient.

Alles ist möglich

Kroatien ist der große Favorit in der Gruppe. Dänemark hat sich mit der Niederlage gegen Island ein klassisches Eigentor geschossen. Nun sind die Isländer wiederum in einer guten Ausgangslage für das Halbfinale. Grundsätzlich ist in der Gruppe aber noch alles möglich. Und wer weiß, was passiert, wenn es gegen Norwegen zur Halbzeit Unentschieden steht. Es wäre zwar noch ein weiter Weg, aber man sollte auch nicht zu wenig erwarten.

In der Hauptrunden-Gruppe B hat Tschechien gegen Slowenien überrascht und die theoretische Chance gewahrt. Die Franzosen werden wohl ihren Weg ins Halbfinale machen. Polen hat mir sehr gut gefallen, vor allem mannschaftlich, und Spanien dominiert. Meine Favoriten für das Halbfinale daher: Polen und Frankreich.

Liebe Grüße

Euer David


David Szlezak absolvierte 157 Länderspiele für die österreichische Handball-Nationalmannschaft, war Legionär bei insgesamt fünf deutschen Vereinen und arbeitet in der Geschäftsstelle beim deutschen Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen.

David Szlezak wird unterstützt von www.digibet.com und arcotel.at