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sportnet.at, 21.04.2011

"Wie kannst du nur nach Gladbach gehen?!"

sportnet.at in Mönchengladbach! Borussia-Legionär Bernhard Janeczek (19) über nächtliche Zugfahrten, Elfmeter-Phobien und Taktik-Schulungen.

EgalGeht soInteressantEcht coolGenial!
© sportnet.at

"Pique und Shakira - klasse!" Bernhard Janeczek
im Word-Rap!

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Michael Schlagenhaufen und Christoph Gastinger, Mönchengladbach.

Bernhard Janeczek ist einer dieser Jungs, deren Worte dich auf Anhieb an eine bessere Zukunft in Fußball-Österreich hoffen lassen.

Strebsam. Dynamisch. Intelligent.

Kein Wunder, dass der kürzlich 19 gewordene Innenverteidiger im Januar 2010 vor seinem Durchbruch bei den Borussia-Profis stand, ehe ihm der Verletzungsteufel einen Strich durch die Rechnung machte. 

Bruch des Außenknöchels, Riss des Innen-  und Syndesmosebandes.

Registriert wurde die Verletzung erst durch den Trainer, dem auffiel, dass der Fuß etwas seltsam zur Seite stand.

"Vom Jahr 2010 halte ich nicht allzu viel", sagt Janeczek, der aber ohnehin lieber nach vorne schaut.

Vor allem auf die anstehende U20-Weltmeisterschaft in Kolumbien. "Wie oft bekommt Österreich so eine Chance? Ich habe sie bei jedem Training im Hinterkopf."

Denn mit einer guten WM öffnen sich automatisch neue Türen...

sportnet.at: Auf den ersten Blick geben deine Wien und Mönchengladbach - deine alte und deine neue Heimatstadt - ein total konträres Bild ab.

Janeczek: "Anfangs hat mich jeder gefragt, wie ich von Wien nach Gladbach gehen kann. Aber ich komme hier nicht wegen des Sightseeings her, sondern wegen des Fußballs. Man wird schon öfters in die Großstädte in der Umgebung gezogen, wie Düsseldorf zum Beispiel, aber die notwendigsten Dinge kann man auch hier erledigen."

sportnet.at: Bis September 2010 hast du im vereinseigenen Internat gelebt, seither musst du dein Leben selbstständig organisieren. Ein großer Schritt?

Janeczek: "Es gibt Vor- und Nachteile. Im Internat musst du täglich um 23 Uhr zuhause sein. Wenn man allerdings bedenkt, dass ich die Schule schon abgeschlossen habe und es Tage gab, an denen ich am nächsten Tag erst um 16 Uhr Training hatte, war das alles zu umständlich - wenn auch in gewisser Weise vernünftig."

sportnet.at: Eure Jugend-Akademie zählt zu den modernsten des Landes. Welches Standing genießt der Borussia-Nachwuchs innerhalb Deutschlands?

Janeczek: "Einmal pro Jahr kommt ein DFB-Delegierter vorbei, der sich genau ansieht, wie es hier abläuft. Wir sind unter den Top-5-Nachwuchs-Zentren in ganz Deutschland. Das Trainingsgelände, die Organisation und die Tatsache, dass sich das Internat im Stadion befindet, ist schon einmalig. Der schulische Aspekt wird hier ebenfalls nicht vernachlässigt - was für mich sehr wichtig war, um mein Fachabitur abzuschließen."

sportnet.at: Welche Unterschiede hast du zwischen Österreich und Deutschland festgestellt - auf und abseits des Platzes.

Janeczek: "Die meisten Deutschen sind offener, reden dich an, ohne sich dabei etwas zu denken. Auch die Fußball-Mentalität ist in Deutschland eine andere. Hier reißt sich jeder den Arsch auf für den anderen. Das war in Österreich - wo sich viele nach einem Ballverlust erstmal die Stutzen hochziehen, die Schuhe binden - nicht immer so. Das gibt es hier kaum. Das war auch ein Hauptgrund, weshalb ich Rapid verlassen habe."

sportnet.at: Welche Erinnerungen hast du an deine Zeit bei Rapid?

Janeczek: "Den U19-Meistertitel werde ich nie vergessen. Damals hatten wir eine tolle Mannschaft beisammen. Drazan, Pehlivan und Konsorten. Drazan kannte ich ja schon von unserer Admira-Zeit zuvor, daher informiere ich mich auch regelmäßig, wie es für ihn gerade läuft."

 



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