Vienna-Trainer Alfred Tatar (47) über seinen Hütteldorfer Trainerkollegen und das Erfolgsrezept für die Döblinger.
Alfred Tatar ist immer für einen Sager gut. Als der Neo-Vienna-Coach vor einigen Wochen in
Talk & Tore erklärte, er kämpfe für das schöne Fußballspiel und sehe kein Problem darin, wenn eine gut gemeinte Aktion eines Spielers zum Gegentreffer führe (näheres dazu
hier unter Punkt 5 und
hier in der Langfassung), erntete er mitleidige Blicke von Experten und Moderatoren.
Dem einstigen Riesen-Talent, dem vielleicht auch aufgrund seines Temperaments die große Karriere verwehrt blieb, eilt der Ruf des Intellektuellen voraus - womit Tatar selbst aber nichts anfangen kann.
"Das sind doch blöde Etikettierungen", sagt Tatar im
Falter. "Was macht einen Intellektuellen aus? Soll ich einer sein, weil ich auf der Uni war? Das ist ein mereologischer Fehlschluss." Intellektuell seien ganz andere: "Meiner Meinung nach ist Rapid-Trainer Peter Pacult ein Intellektueller, weil er weiß, wie man mit den Medien umgeht."
Der moderne Fußball sei inszeniert, weiß Tatar und zitiert den ehemaligen ÖFB-Teamchef Leopold Šťastný: "Wenn du gewinnst, kannst du sagen, im Oasch ist´s dunkel und alle werden dir zujubeln."
Am Dienstag jubelten Alfred Tatar die Fans auf der Hohen Warte zu.
Die Döblinger besiegten Austria Lustenau 4:1. Sein nicht ganz ernst gemeinstes, simples Erfolgsrezept: Die Mannschaft müsse wieder gewinnen. Dann geht alles leichter.