Aston-Villa-Legionär Andreas Weimann wird trotz zahlreicher Angebote und wenig Spielzeit nicht verliehen. Coach Alex McLeish plant mit ihm.
Ehrgeizig, wie er ist, weiß Andreas Weimann zurzeit nicht so recht, ob er sich freuen soll oder nicht.
Mittlerweile steht der 20-Jährige Woche für Woche im Profi-Kader von Aston Villa, für Einsätze reicht es jedoch nur selten.
Und wenn, dann fallen sie meistens kurz aus.
"Ich bin die letzten zehn Spiele auf der Bank gesessen", sagt er im Gespräch mit sportnet.at. "Das ist eigentlich super, aber jetzt muss es natürlich mein Ziel sein, öfter reinzukommen."
Eigentlich hätte der Wiener in dieser Saison bei Championship-Klub Watford Spielpraxis sammeln sollen. Das tut er auch - für die ersten drei Spieltage.
Dann kommt das Veto von Villa-Manager Alex McLeish. Weimann werde hier gebraucht, heißt es.
Seither stehen vier Einwechslungen in der Premier League sowie eine im League Cup zu Buche, in denen Weimann summiert auf 43 Spielminuten kommt.
Als im Januar-Transferfenster neben diversen Championship-Klubs auch ein österreichischer um ein Leih-Geschäft bei bei den "Villans" anfragt, blockt McLeish jedoch erneut sofort ab.
Weimann werde gebraucht, so die Begründung. Spätestens dann wieder, wenn Leih-Stürmer Robbie Keane, dem in vier Spielen drei Treffer gelungen sind, zurück die Major League Soccer zu L.A. Galaxy muss.
"Keane ist ein ähnlicher Spielertyp wie ich, arbeitet viel, probiert, immer anspielbar zu sein. Von ihm kann ich viel lernen", sagt Weimann.
Immerhin darf der U21-Teamspieler vor zweieinhalb Wochen Praxis bei der Reserve-Elf sammeln. Beim 7:1-Sieg gegen Wolverhampton, bei dem Villas Offensiv-Trio mit Nathan Delfouneso, Barry Bannen und eben Weimann in der Mitte aus drei Profi-Akteuren besteht, gelingt ihm ein Hattrick.
"McLeish hat bei der Partie zugeschaut und mir auch anschließend gratuliert. Ich glaube schon, dass er eine gute Meinung von mir hat, sonst würde er nicht jeden Wechsel abblocken."
Spielpraxis sammeln kann Weimann immerhin in der U21. Zumindest war das noch so, als Andreas Herzog Teamchef war. „Werner Gregoritsch kenne ich noch nicht. Aber Ende Februar ist ein Lehrgang in Spanien geplant. Ich hoffe, dass ich dort dabei bin.“
Um Herzogs Abschied vom ÖFB tue es Weimann leid. „Er hat mich debütieren lassen, wir haben uns gut verstanden. Er ist ein super Trainer und ich hoffe, dass er Erfolg hat.“
Auf Erfolg hofft Weimann auch am kommenden Sonntag, da gehst es nämlich im Villa Park gegen Premier-League-Leader Manchester City.
„Sie haben es mit viel Geld geschafft, sich den wahrscheinlich besten Kader der Liga zusammenzukaufen. Und mit Roberto Mancini ist ein Trainer dort, der viel rotieren lässt und es so schafft, die meisten Spieler bei Laune zu halten.“
Vor allem David Silva und Kun Agüero seien zurzeit herausragend.
„Aber City neigt manchmal auch dazu, gegnerische Teams zu unterschätzen“, weiß Weimann, der seine Wochenend-Abende zumeist damit verbringt, sich die in England populäre Spieltags-Show auf BBC, „Match of the Day“, reinzuziehen.
„Mancini hat nach dem Spiel gegen Everton (1:1, Anm.) kritisiert, dass man das Spiel auf die leichte Schulter genommen hat“, sagt Weimann. „Da liegt auch unsere Chance.“