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Rapid Wien
 
Christoph Luke, 24.07.2010

West Ham will Königshofer, aber...

sportnet.at-Analyse: Rapid-Keeper Lukas Königshofer könnte zu West Ham wechseln, doch Hütteldorf legt sich quer. Man wolle den 21-Jährigen für die Zukunft aufbauen, heißt es. Tatsächlich?

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Lukas Königshofer hechtet in der Regionalliga den Bällen hinterher, könnte aber in der Premier League spielen.

Österreich galt einmal als ein Land der Torhüter. Friedl Koncilia, Klaus Lindenberger, Michael Konsel, Franz Wohlfahrt und Otto Konrad waren nur einige der prominentesten Protagonisten in zeitnaher Vergangenheit, die den ausgezeichneten Ruf der rotweißroten Torhüterausbildung weit über unsere Grenzen hinausgetragen haben.
Und heute? Man braucht nur die Troubles unter die Lupe nehmen, die Teamchef Didi Constantini regelmäßig plagen, wenn er seine Tormänner für den ÖFB-Kader auswählt.

Jürgen Macho, derzeit unumstrittene Nummer eins, befand sich noch vor einem halben Jahr mangels Spielpraxis in der Warteschleife, sein neuer Klub Panionios Athen ist nicht wirklich eine Topadresse.

Christian Gratzei spielte eine sehr solide Saison – als herausragendes Bollwerk gilt aber auch er nicht.

Helge Payer hat den Konkurrenzkampf gegen Raimund Hedl um den Job bei Rapid mittelfristig verloren und kommt daher fürs Team ebensowenig in Frage.

Michael Gspurning bleibt für Constantini ein Thema, obwohl er in zwei Länderspielen schlimm daneben gegriffen hat.

Juve-Zweier Alex Manninger vermisste die Wertschätzung und zog sich ins Schmollwinkerl zurück.

Wer bleibt? LASK-Goalie Thomas Mandl ist mit 31 nicht wirklich eine Alternative, in Mattersburg sind biedere Handwerker im Kasten und Champion Salzburg verpflichtete als Interimslösung zwei ziemlich durchschnittliche Goalies aus Deutschland.

Einzig die Wiener Austria setzte mit dem 19-jährigen Heinz Lindner auf eine Zukunftshoffnung. Allerdings nicht ganz freiwillig, sondern verletzungsbedingt.

Königshofer: Regionalliga, mehr nicht

Rapid verpflichtete im vergangenen Sommer aus Kärnten Lukas Königshofer, der nicht nur nach Aussage von Goalie-Legende Otto Konrad als außergewöhnliches Talent gilt. Der auch mit dem Versprechen nach Hütteldorf gelockt worden war, in absehbarer Zeit seine Einsätze in der Kampfmannschaft zu bekommen. Und der sich mit dieser Perspektive vor Augen enorm weiter entwickelte und auch zur Nummer eins in der erfolgreichen U21-Nationalmannschaft avancierte.

Traininigs-Kiebitze bekommen Königshofers Qualitäten täglich vor Augen geführt: 1,93 m groß, exzellentes Stellungsspiel, eine körperliche Präsenz, die an Wohlfahrt zu dessen besten Zeiten erinnert, schnelle, präzise Abstöße, die er sich von seinem Idol Pepe Reina (Liverpool) abgeschaut hat und eine fanatische Einstellung zum Beruf – der 21-Jährige ist aus dem Holz geschnitzt, das für eine Topkarriere unbedingt nötig ist.

Eigentlich sollte man meinen, dass Rapid das Potenzial von Königshofer richtig einschätzt und ihn mit allen Mitteln fördert. Immerhin befindet sich Hedl (bald 36) im Spätherbst seiner Laufbahn und Payer ist mit über 30 auch kein Teenie mehr. Doch bei Rapid, wo man sich immer gerne als der Ausbildungsklub schlechthin selber lobt, gehen die Uhren im Fall Königshofer anders.

Das Riesentalent durfte bisher brav das Tor der Amateure in der Regionalliga Ost hüten, ein paar Testspiele gegen unterklassige Klubs bestreiten und im Falle einer Verletzung der beiden Stamm-Goalies auf der Ersatzbank Platz nehmen. Nicht einmal das Motivationszuckerl, in einem Freundschaftsspiel gegen einen hochkarätigen Gegner zu fangen, durfte Königshofer lutschen.

 



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