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Sonntag, 11. Jänner 2009    von: Johannes Ertl

Truthahn, Strohsterne und Walzer

Hallo sportnet.at-User! Da ich zum ersten Mal keine Winterpause hatte, möchte ich euch ein paar Einblicke über die hektische Zeit in London geben. In den letzten drei Wochen war es nicht nur in Sachen Fußball aufregend.



Johnny Ertl.

Zurzeit befinden wir uns auf dem aussichtsreichen 8. Tabellenplatz. Nachdem wir einen verpatzten Start in die Saison hatten, kommen wir nun immer besser auf Touren. Nach 26 Spielen sind wir nun nur noch einen Punkt von den Play off Plätzen erntfernt.

Reise nach Plymouth umsonst

Aufgrund der klimatischen Bedingungen zu Weihnachten (es hatte 14 Grad) ist es hier möglich, in den Monaten Dezember und Jänner durchzuspielen. Jedoch macht uns gerade an diesem Wochenende das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Wir waren schon mitten in den Vorbereitungen auf das schwere Auswärtsmatch gegen Plymouth, bezogen unser Quartier und gingen noch ein paar taktische Anweisungen durch.

Da eine Kommission den Platz für unbespielbar erklärt hatte, stiegen wir wieder in den Bus um die rund sechsstündige Heimreise anzutreten. Und bei dieser Kalkulation habe ich den vorhersehbaren Verkehr auf der M25 rund um London noch nicht eingerechnet.

Der "Boxing Day" ist heilig

Wir starteten ins neue Jahr mit einem FA Cup Spiel gegen Leicester City. Im Walker Stadium mussten wir uns mit einem torlosen Unentschieden zufrieden geben. Das Rückspiel findet am Mittwoch statt. Die Zuschauer strömten um die Weihnachts- und Neujahrszeit wie verrückt in die Stadien. Der sogenannte "Boxing Day", bei uns besser bekannt als Stefanietag, ist nicht nur ein heiliger Tag für viel Christen, sondern auch für britische Fußballfans.

Die Zuschauerzahlen in der 2. englischen Liga bewegen sich zwischen 15.000 und 25.000. Ich bin auch immer ganz erstaunt, wenn ich mir die Zuschauerzahlen in den niedrigeren Ligen ansehe. Das Fußballland England ist auf alle Fälle einzigartig, so viel steht fest.

Truthahn, Strohsterne und ausbaufähige Walzerfähigkeiten

Die Weltwirtschaftskrise hat Großbritannien hart getroffen. Der Pfund hat gegenüber dem Euro stark an Boden verloren. Die Zinsen sind auf ein denkwürdiges Niveau gefallen. Doch das alles hinderte die Menschen nicht, rund um Weihnachten die Geschäfte zu plündern. Es gibt hier kein Geschäft, dessen Schaufenster nicht mit den magischen vier Buchstaben "SALE" geschmückt ist. Für Shoppingtouristen ein Eldorado.

Ich machte den Fehler, die Oxford Street um diese Zeit zu besuchen. Nachdem ich in einen minutenlangen Stau am Gehsteig geriet, beschloß ich mich wieder zurückzuziehen, um mich voll und ganz den kulinarischen Köstlichkeiten zu widmen und einen Truthahn zu kaufen. Da ich auch im Supermarkt von einem Kunden mit dem Einkaufswagen gerammt wurde, zog ich endgültig die Reisleine und fuhr nach Hause, um meinen Weihnachtsbaum mit Strohsternen zu dekorieren.

Traditionell wurde zu Neujahr ein Wiener Walzer getanzt. Jedoch muss ich an dieser Stelle zugeben, dass meine Tanzfähigkeiten sicher noch ausbaufähig sind. Der eine oder andere Zehentritt konnte nicht vermieden werden.

Wichtige Entscheidungen bei Crystal Palace

Sportlich wird 2009 ein heisser Tanz werden. Bei Crystal Palace stehen wichtige Entscheidungen bevor. Unser Chairman wird gegen Ende dieser Saison unseren Verein verkaufen, sofern potentielle Geldgeber gefunden werden. Das verkündete er bei unserer pompösen Weihnachtsfeier am Hyde Park, bei der die Blues Brothers eine spezielle Weihnachtsshow zum Besten gaben. Es gibt schon einige Interessenten. Man darf gespannt sein.

C'mon Palace!
Johnny

Johnny Ertl ist Abwehrspieler und österreichischer Legionär beim englischen League Championship-Klub Crystal Palace.

Mehr Infos über Johhny Ertl gibts auf seiner Homepage:

www.johnny-ertl.com

Truthahn, Strohsterne und Walzer

Hallo sportnet.at-User! Da ich zum ersten Mal keine Winterpause hatte, möchte ich euch ein paar Einblicke über die hektische Zeit in London geben. In den letzten drei Wochen war es nicht nur in Sachen Fußball aufregend.

Zurzeit befinden wir uns auf dem aussichtsreichen 8. Tabellenplatz. Nachdem wir einen verpatzten Start in die Saison hatten, kommen wir nun immer besser auf Touren. Nach 26 Spielen sind wir nun nur noch einen Punkt von den Play off Plätzen erntfernt.

Reise nach Plymouth umsonst

Aufgrund der klimatischen Bedingungen zu Weihnachten (es hatte 14 Grad) ist es hier möglich, in den Monaten Dezember und Jänner durchzuspielen. Jedoch macht uns gerade an diesem Wochenende das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Wir waren schon mitten in den Vorbereitungen auf das schwere Auswärtsmatch gegen Plymouth, bezogen unser Quartier und gingen noch ein paar taktische Anweisungen durch.

Da eine Kommission den Platz für unbespielbar erklärt hatte, stiegen wir wieder in den Bus um die rund sechsstündige Heimreise anzutreten. Und bei dieser Kalkulation habe ich den vorhersehbaren Verkehr auf der M25 rund um London noch nicht eingerechnet.

Der "Boxing Day" ist heilig

Wir starteten ins neue Jahr mit einem FA Cup Spiel gegen Leicester City. Im Walker Stadium mussten wir uns mit einem torlosen Unentschieden zufrieden geben. Das Rückspiel findet am Mittwoch statt. Die Zuschauer strömten um die Weihnachts- und Neujahrszeit wie verrückt in die Stadien. Der sogenannte "Boxing Day", bei uns besser bekannt als Stefanietag, ist nicht nur ein heiliger Tag für viel Christen, sondern auch für britische Fußballfans.

Die Zuschauerzahlen in der 2. englischen Liga bewegen sich zwischen 15.000 und 25.000. Ich bin auch immer ganz erstaunt, wenn ich mir die Zuschauerzahlen in den niedrigeren Ligen ansehe. Das Fußballland England ist auf alle Fälle einzigartig, so viel steht fest.

Truthahn, Strohsterne und ausbaufähige Walzerfähigkeiten

Die Weltwirtschaftskrise hat Großbritannien hart getroffen. Der Pfund hat gegenüber dem Euro stark an Boden verloren. Die Zinsen sind auf ein denkwürdiges Niveau gefallen. Doch das alles hinderte die Menschen nicht, rund um Weihnachten die Geschäfte zu plündern. Es gibt hier kein Geschäft, dessen Schaufenster nicht mit den magischen vier Buchstaben "SALE" geschmückt ist. Für Shoppingtouristen ein Eldorado.

Ich machte den Fehler, die Oxford Street um diese Zeit zu besuchen. Nachdem ich in einen minutenlangen Stau am Gehsteig geriet, beschloß ich mich wieder zurückzuziehen, um mich voll und ganz den kulinarischen Köstlichkeiten zu widmen und einen Truthahn zu kaufen. Da ich auch im Supermarkt von einem Kunden mit dem Einkaufswagen gerammt wurde, zog ich endgültig die Reisleine und fuhr nach Hause, um meinen Weihnachtsbaum mit Strohsternen zu dekorieren.

Traditionell wurde zu Neujahr ein Wiener Walzer getanzt. Jedoch muss ich an dieser Stelle zugeben, dass meine Tanzfähigkeiten sicher noch ausbaufähig sind. Der eine oder andere Zehentritt konnte nicht vermieden werden.

Wichtige Entscheidungen bei Crystal Palace

Sportlich wird 2009 ein heisser Tanz werden. Bei Crystal Palace stehen wichtige Entscheidungen bevor. Unser Chairman wird gegen Ende dieser Saison unseren Verein verkaufen, sofern potentielle Geldgeber gefunden werden. Das verkündete er bei unserer pompösen Weihnachtsfeier am Hyde Park, bei der die Blues Brothers eine spezielle Weihnachtsshow zum Besten gaben. Es gibt schon einige Interessenten. Man darf gespannt sein.

C'mon Palace!
Johnny

Johnny Ertl ist Abwehrspieler und österreichischer Legionär beim englischen League Championship-Klub Crystal Palace.

Mehr Infos über Johhny Ertl gibts auf seiner Homepage:

www.johnny-ertl.com

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