Samstag, 01. November 2008 von: Johannes Ertl
Living in London
Nachdem wir eine tolle Serie gestartet haben mit drei Siegen en suite, steckten wir am vergangenen Dienstag gegen Nottingham Forest eine bittere Heimniederlage ein. Die Stadt London begeistert mich noch immer.

Johnny Ertl.
Zuvor hatten wir schwere Auswärtsspiele gegen Birmingham und Blackpool. In Birmingham bekamen wir nach einem tollen Spiel in der "injury time" das 0:1. Vor und nach dem Gegentreffer herrschten heftige Diskussionen und ein regelrechtes Chaos. Der vierte Schiedsrichter war dermaßen überfordert, dass meine Einwechslung rund fünf Minuten dauerte. Man kann sich vorstellen, dass unser Manager nicht gerade "amused" war, wenn man nach einem guten Spiel in den letzten Minuten noch ein Tor kassiert.
Crystal Palace spielt wie das Wetter - unbeständig
Sportlich gesehen läuft es bei uns derzeit wie beim Wetter. Nach einem Tief kommt immer ein Hoch. Unser Ziel ist nach wie vor, die Play off’s zu erreichen und in die Premier League aufzusteigen. Das Spiel gegen Sheffield am Wochenende wird das fünfte in 14 Tagen gewesen sein. Eine Woche ohne englische Runde kommt uns ganz gelegen.
Die Auswärtsfahrten sind sehr anstrengend. Für die Auswärtsspiele im hohen Norden nehmen wir immer den Zug von London Euston. Zurückgefahren wird per Bus. Vor dem Londoner Verkehr hab ich sehr großen Respekt. Wenn man in der "Rush hour" mit dem Auto fährt, ist man selber schuld. Bei den Heimspielen unter der Woche am Abend bleibt mir das aber nicht erspart. Für volle sieben Kilometer muss man mit 45 Minuten rechnen. Da ist die Wiener Stadtautobahn noch ein Segen dagegen.
Spionage bei Chelsea und Tottenham
Vor der letzten Länderspielpause musste ich verletzungsbedingt ein wenig pausieren. Nach einer etwas härtere Attacke von meinem Gegenspieler zog ich mir eine Bänderüberdehnung im Knöchel zu. Zwischen Training und Behandlung blieb mir Zeit, um den Londoner Großklubs auf die Beine zu schauen. So war ich nicht nur Gast an der White Hart Lane (Tottenham), sondern auch an der Stamford Bridge (Chelsea). Das Starensemble von Chelsea beeindruckte mich sehr. Tottenham jedoch blieb vieles schuldig und so zog man vergangenes Wochenende die Notbremse und feuerte Manager Ramos.
Die NFL in London ließ ich mir nicht entgehen
Vergangenen Sonntag konnte ich mir auch das Wembley Stadion ansehen. Vor ausverkauftem Haus wurde dort American Football gespielt. Die NFL war zu Gast und 90.000 Menschen bejubelten einen 37:32 Sieg der New Orleans Saints. Ich saß neben dem längstdienenden Headcoach von England, der dieses Jahr mit seinem Team den Aufstieg in die höchste Spielklasse schaffte.
Nachdem er mir alle taktischen Geheimnisse des American Football anvertraute, wurde ich eingeladen ein Training mit seinen Jungs zu absolvieren. Da nutzte ich gleich die Gelegenheit ihm vom legendären Toni Fritsch zu erzählen. Den wohl bekanntesten österreichischen Footballer in der Geschichte, der als Freekicker die Superbowl holte.
Von Soho bis zum Selhurst Park - London ist meine Bühne
Die Stadt London hat sehr viel zu bieten. Für Sightseeing bleibt jedoch weiterhin nicht viel Zeit, da laufend Spiele am Programm stehen auf die man sich vorbereiten muss. Falls es die Zeit erlaubt, bin ich aber hin und wieder bei diversen Musicals zu Gast. London ist sicher neben New York das Musical-Mekka schlechthin.
Da meine Freundin selbst Musicaldarstellerin ist, bin ich natürlich stets auf dem Laufenden. Billy Elliott mit der Musik von Elton John kann ich sehr empfehlen. Genauso wie unsere Fußball-Bühne im Selhurst Park. Ein paar Österreicher waren mich schon besuchen. Vielen dank an dieser Stelle und bis zum nächsten Mal!
C'mon Palace!
Johnny
Johnny Ertl ist Abwehrspieler und österreichischer Legionär beim englischen League Championship-Klub Crystal Palace.
Mehr Infos über Johhny Ertl gibts auf seiner Homepage:
www.johnny-ertl.com
Living in London
Nachdem wir eine tolle Serie gestartet haben mit drei Siegen en suite, steckten wir am vergangenen Dienstag gegen Nottingham Forest eine bittere Heimniederlage ein. Die Stadt London begeistert mich noch immer.
Zuvor hatten wir schwere Auswärtsspiele gegen Birmingham und Blackpool. In Birmingham bekamen wir nach einem tollen Spiel in der "injury time" das 0:1. Vor und nach dem Gegentreffer herrschten heftige Diskussionen und ein regelrechtes Chaos. Der vierte Schiedsrichter war dermaßen überfordert, dass meine Einwechslung rund fünf Minuten dauerte. Man kann sich vorstellen, dass unser Manager nicht gerade "amused" war, wenn man nach einem guten Spiel in den letzten Minuten noch ein Tor kassiert.
Crystal Palace spielt wie das Wetter - unbeständig
Sportlich gesehen läuft es bei uns derzeit wie beim Wetter. Nach einem Tief kommt immer ein Hoch. Unser Ziel ist nach wie vor, die Play off’s zu erreichen und in die Premier League aufzusteigen. Das Spiel gegen Sheffield am Wochenende wird das fünfte in 14 Tagen gewesen sein. Eine Woche ohne englische Runde kommt uns ganz gelegen.
Die Auswärtsfahrten sind sehr anstrengend. Für die Auswärtsspiele im hohen Norden nehmen wir immer den Zug von London Euston. Zurückgefahren wird per Bus. Vor dem Londoner Verkehr hab ich sehr großen Respekt. Wenn man in der "Rush hour" mit dem Auto fährt, ist man selber schuld. Bei den Heimspielen unter der Woche am Abend bleibt mir das aber nicht erspart. Für volle sieben Kilometer muss man mit 45 Minuten rechnen. Da ist die Wiener Stadtautobahn noch ein Segen dagegen.
Spionage bei Chelsea und Tottenham
Vor der letzten Länderspielpause musste ich verletzungsbedingt ein wenig pausieren. Nach einer etwas härtere Attacke von meinem Gegenspieler zog ich mir eine Bänderüberdehnung im Knöchel zu. Zwischen Training und Behandlung blieb mir Zeit, um den Londoner Großklubs auf die Beine zu schauen. So war ich nicht nur Gast an der White Hart Lane (Tottenham), sondern auch an der Stamford Bridge (Chelsea). Das Starensemble von Chelsea beeindruckte mich sehr. Tottenham jedoch blieb vieles schuldig und so zog man vergangenes Wochenende die Notbremse und feuerte Manager Ramos.
Die NFL in London ließ ich mir nicht entgehen
Vergangenen Sonntag konnte ich mir auch das Wembley Stadion ansehen. Vor ausverkauftem Haus wurde dort American Football gespielt. Die NFL war zu Gast und 90.000 Menschen bejubelten einen 37:32 Sieg der New Orleans Saints. Ich saß neben dem längstdienenden Headcoach von England, der dieses Jahr mit seinem Team den Aufstieg in die höchste Spielklasse schaffte.
Nachdem er mir alle taktischen Geheimnisse des American Football anvertraute, wurde ich eingeladen ein Training mit seinen Jungs zu absolvieren. Da nutzte ich gleich die Gelegenheit ihm vom legendären Toni Fritsch zu erzählen. Den wohl bekanntesten österreichischen Footballer in der Geschichte, der als Freekicker die Superbowl holte.
Von Soho bis zum Selhurst Park - London ist meine Bühne
Die Stadt London hat sehr viel zu bieten. Für Sightseeing bleibt jedoch weiterhin nicht viel Zeit, da laufend Spiele am Programm stehen auf die man sich vorbereiten muss. Falls es die Zeit erlaubt, bin ich aber hin und wieder bei diversen Musicals zu Gast. London ist sicher neben New York das Musical-Mekka schlechthin.
Da meine Freundin selbst Musicaldarstellerin ist, bin ich natürlich stets auf dem Laufenden. Billy Elliott mit der Musik von Elton John kann ich sehr empfehlen. Genauso wie unsere Fußball-Bühne im Selhurst Park. Ein paar Österreicher waren mich schon besuchen. Vielen dank an dieser Stelle und bis zum nächsten Mal!
C'mon Palace!
Johnny
Johnny Ertl ist Abwehrspieler und österreichischer Legionär beim englischen League Championship-Klub Crystal Palace.
Mehr Infos über Johhny Ertl gibts auf seiner Homepage:
www.johnny-ertl.com