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Mittwoch, 19. August 2009    von: Christoph Luke

Boca Juniors nach Europa?

Während Salzburg um den Einzug in die Champions League kämpft und sich Austria, Rapid und Sturm an der Europa League versuchen, wird laut über eine gesamteuropäische Liga nachgedacht. Schon wieder.


Christoph Luke
Christoph Luke

"Ich will mit Rapid in die Europa-Liga", sagte Dejan Savicevic vor zehn Jahren. Als "Il Genio" in Wien-Hütteldorf anheuerte, gab es Diskussionen über eine Kontinental-Meisterschaft. Klubs sollten aus ihrer Liga austreten und sich Jahr für Jahr international messen. So und ähnlich lauteten die Ideen.

Es wurde nichts daraus – das Thema ist aber nach wie vor und immer wieder aktuell. Klar ist, dass eine Europa-Liga (bitte nicht zu verwechseln mit der brandneuen UEFA Europa League) weder heute noch morgen kommen wird. Klar ist aber auch, dass sich Hochkaräter wie Arsene Wenger öffentlich Gedanken über eine solche Meisterschaft machen.

Super League in zehn Jahren?

Die Einnahmen aus der Champions League, sagt der Arsenal-Trainer, würden vielen Klubs nicht mehr reichen. So, wie sich der internationale Spitzenfußball derzeit präsentiere, sei eine Europa-Liga kaum abzuwenden und wohl in zehn Jahren Realität.

"European Super League" wird diese Idee mittlerweile genannt. Gabriele Marcotti, Kolumnist der Times und Sports Illustrated, führt neben der Tatsache, dass Europa immer enger zusammenrückt, zwei wesentliche Punkte an, die für eine länderübergreifende Liga sprechen:

Liga ohne Grenzen - mit Österreich?

Ohne großen TV-Deal sei man nicht fähig, im Wettbewerb zu bestehen. Es sei denn, es ist von englischen, spanischen, italienischen oder deutschen Klubs die Rede (und selbst letztere hinken sportlich schon hinterher). Und: es gebe mehr kleine als große Länder, die den Druck auf die internationalen Verbände erhöhen würden. Sie wollen auch am großen Geschäft mitnaschen.

Vor knapp einem Jahr enthüllte das Magazin FourFourTwo erneute Pläne einer Liga ohne Grenzen. Klubs aus Ländern wie Portugal, Schottland, den Niederlanden, aber auch Österreich, sollten daran teilnehmen. Austria Wiens Manager Markus Kraetschmer sagte damals sinngemäß: das Thema sei vom Tisch, da die UEFA den Europa-Cup mit dem Wandel zur Europa League aufgewertet habe. Mittlerweile gäbe es auch abseits der Champions League Geld zu verdienen, wie auch hier zu lesen ist.

Das mag grundsätzlich stimmen. Doch wo mehr Geld eingenommen wird, wird auch mehr ausgegeben. Oder anders gesagt: es wird mehr Geld ausgegeben, um dort hinzukommen, wo Geld wie Milch und Honig fließt. Die Stammgäste der Champions League (von Topverdiener Manchester United abwärts) machen es jedes Jahr vor. Um im beinharten Wettbewerb bestehen zu können, werden die teuersten Spieler verpflichtet und Vereinseigentum verkauft. Um den großen Klubs entgegen zu kommen, werden in Spanien sogar Steuergesetze geändert.

Wie sollten Auf- und Abstieg geregelt werden? Und was hat es mit der Idee auf sich, südamerikanische Topklubs in Europas Fußball einzubinden? Jetzt auf Seite 2 klicken!

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Boca Juniors nach Europa?

Während Salzburg um den Einzug in die Champions League kämpft und sich Austria, Rapid und Sturm an der Europa League versuchen, wird laut über eine gesamteuropäische Liga nachgedacht. Schon wieder.

"Ich will mit Rapid in die Europa-Liga", sagte Dejan Savicevic vor zehn Jahren. Als "Il Genio" in Wien-Hütteldorf anheuerte, gab es Diskussionen über eine Kontinental-Meisterschaft. Klubs sollten aus ihrer Liga austreten und sich Jahr für Jahr international messen. So und ähnlich lauteten die Ideen.

Es wurde nichts daraus – das Thema ist aber nach wie vor und immer wieder aktuell. Klar ist, dass eine Europa-Liga (bitte nicht zu verwechseln mit der brandneuen UEFA Europa League) weder heute noch morgen kommen wird. Klar ist aber auch, dass sich Hochkaräter wie Arsene Wenger öffentlich Gedanken über eine solche Meisterschaft machen.

Super League in zehn Jahren?

Die Einnahmen aus der Champions League, sagt der Arsenal-Trainer, würden vielen Klubs nicht mehr reichen. So, wie sich der internationale Spitzenfußball derzeit präsentiere, sei eine Europa-Liga kaum abzuwenden und wohl in zehn Jahren Realität.

"European Super League" wird diese Idee mittlerweile genannt. Gabriele Marcotti, Kolumnist der Times und Sports Illustrated, führt neben der Tatsache, dass Europa immer enger zusammenrückt, zwei wesentliche Punkte an, die für eine länderübergreifende Liga sprechen:

Liga ohne Grenzen - mit Österreich?

Ohne großen TV-Deal sei man nicht fähig, im Wettbewerb zu bestehen. Es sei denn, es ist von englischen, spanischen, italienischen oder deutschen Klubs die Rede (und selbst letztere hinken sportlich schon hinterher). Und: es gebe mehr kleine als große Länder, die den Druck auf die internationalen Verbände erhöhen würden. Sie wollen auch am großen Geschäft mitnaschen.

Vor knapp einem Jahr enthüllte das Magazin FourFourTwo erneute Pläne einer Liga ohne Grenzen. Klubs aus Ländern wie Portugal, Schottland, den Niederlanden, aber auch Österreich, sollten daran teilnehmen. Austria Wiens Manager Markus Kraetschmer sagte damals sinngemäß: das Thema sei vom Tisch, da die UEFA den Europa-Cup mit dem Wandel zur Europa League aufgewertet habe. Mittlerweile gäbe es auch abseits der Champions League Geld zu verdienen, wie auch hier zu lesen ist.

Das mag grundsätzlich stimmen. Doch wo mehr Geld eingenommen wird, wird auch mehr ausgegeben. Oder anders gesagt: es wird mehr Geld ausgegeben, um dort hinzukommen, wo Geld wie Milch und Honig fließt. Die Stammgäste der Champions League (von Topverdiener Manchester United abwärts) machen es jedes Jahr vor. Um im beinharten Wettbewerb bestehen zu können, werden die teuersten Spieler verpflichtet und Vereinseigentum verkauft. Um den großen Klubs entgegen zu kommen, werden in Spanien sogar Steuergesetze geändert.

Wie sollten Auf- und Abstieg geregelt werden? Und was hat es mit der Idee auf sich, südamerikanische Topklubs in Europas Fußball einzubinden? Jetzt auf Seite 2 klicken!

Eine der wichtigsten Fragen: Wie würde man Auf- und Abstieg regeln? Es überrascht nicht wirklich, dass Real-Präsident Florentino Perez für eine geschlossene Gesellschaft plädiert. Ein Aufschrei der "kleinen" Nationen wäre die Folge. Gedankenexperimente gibt es viele. Warum nicht zwei Ligen gründen? Eine Champions League, darunter eine Europa League – mit Auf- und Absteiger.

Das größte Problem, wie Arsene Wenger sagt, bleibe nach wie vor, dass Vereine Geld ausgeben, das sie gar nicht hätten und so gezwungen seien, neue Geldquellen anzuzapfen. Wenig verwunderlich, dass das Magazin World Soccer (Werbeslogan: One World, One Game) eine völlig neue Idee in die Diskussion einwirft.

Mit der fortschreitenden Globalisierung, die logischerweise auch vor dem Fußball nicht halt macht (warum sollte sie auch?), würden früher oder später Spitzenklubs aus Südamerika Einlass nach Europa begehren. Warum soll das, was alle vier Jahre als Weltmeisterschaft und Confed-Cup durchgeht, nicht auch auf Klubebene möglich sein, mag man sich denken. Zudem hat das Kräftemessen zwischen südamerikanischem und europäischem Fußball durchaus seinen Reiz, der von einem sportlich wertlosen Spiel um den Weltpokal kaum befriedigt wird.

Übernehmen Premier League & Glasgow die Vorreiterrolle?

Vor dem Hintergrund, dass südamerikanische Spieler schon immer eine wichtige Rolle im europäischen Fußball spielten, wäre eine solche Lösung sogar denkbar. Welche Spieler bestimmen die Schlagzeilen? Lionel Messi, der angeblich beste Fußballer der Welt. Ein Argentinier. Der spektakulärste Wechsel in England der letzten Wochen? Jener von Carlos Tevez, einem Argentinier, von Manchester United zu City. Wer hielt Liverpool wochenlang mit Gerüchten rund einem Wechsel zu Barcelona in Atem? Javier Mascherano, ein Argentinier.

Arsene Wenger wurde übrigens zunächst nur danach gefragt, ob er sich vorstellen könne, dass die schottischen Spitzenklubs aus Glasgow in der englischen Premier League spielen. Eine Great Britain Super League, sozusagen. Nach seinen Ausführungen sind kontroversen Diskussionen wieder einmal Tür und Tor geöffnet.

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