"Wir haben bewiesen, dass auch ein sechsstündiger Baseball-Tag ein Event sein kann. Man darf das nicht mit einem Fussballspiel vergleichen." - Sebastian Libiseller
Sonntag, 19. Oktober 2008 von: Michael Vielhaber
"Harte Arbeit hat sich bezahlt gemacht"
Sebastian Libiseller ist der Mann, der bei den Mosquito Athletics Attnang-Puchheim im Hintergrund die Fäden zieht. Der 24-jährige Wirtschaftsstudent steht sportnet.at im Interview Rede und Antwort zum bisher erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte.
sportnet.at: Haben die Athletics mit dem ABL-Titel ihren sportlichen Plafond erreicht?
Sebastian Libiseller: "Jein. Mehr gibt es in Österreich nicht zu gewinnen, zumindest was die Senioren betrifft. Beim Nachwuchs haben wir Aufholbedarf. Natürlich schielen wir auch auf den Europacup-Titel. Wir wollen alles dafür tun auch im nächsten Jahr wieder im Finale der ABL zu stehen."
Die Athletics standen 2001 vor dem sportlichen Abgrund. Wie gelang es das Ruder herumzureißen?
"Uns blieb damals die Bundesligalizenz verwehrt, daher der Abstieg in die Regionalliga. Im Nachhinein gesehen war das für den Aufbau des Teams der richtige Zeitpunkt. Unser damaliger Coach John Lenzini hat die heutige Mannschaft im Grunde geformt. Er hat das mittelmäßige BBL-Team in die Top vier der ABL gebracht."
Die Athletics vertrauten in dieser Saison auf Routiniers und Legionäre, drängt sich der Nachwuchs nicht auf?
"Doch durchaus, es gibt vier Junioren, die bereits in der Startformation gestanden sind. Der Großteil unserer Spieler ist jetzt Mitte 20, also altersmäßig noch gar nicht wirklich zum alten Eisen zählt. Das die trotzdem schon als Routiniers gelten liegt vielleicht daran, dass sie fast alle seit den Anfängen des Baseball in Oberösterreich am Feld stehen."
Fakt ist aber auch, dass heuer kein Team so sehr von seinen Legionären profitiert hat - Zufall?
"Zufall würde ich das nicht nennen. Für uns galt immer: Wenn wir einen Pitcher holen, dann mindestens einen zweiten Strasser. Zu Mike Gehringer sind wir ja eher wie die Jungfrau zum Kind gekommen - das war so eigentlich nicht geplant."
Darf sich die Liga im nächsten Jahr auf eine ähnliche Gangart einstellen?
"Ob und wie das nächstes Jahr aussehen wird kann ich noch nicht sagen. Es wird sicher einen Head Coach geben. Ob ein ausländischer Spieler kommt, sehen wir spätestens beim Saisonauftakt. Wir hatten auch 2004 mit Chris Holt einen Pitcher mit Minor League Erfahrung, der die Liga dominiert hat. Wichtig ist für uns auch immer, dass derjenige menschlich zu uns passt."
Im Europacup wird wohl die Unterstützung eines Legionärs notwendig sein. Da warten ja mehrere Spiel innerhalb weniger Tage.
"Richtig. Der Europacup wird ein aufregendes Abenteuer, das diesmal hoffentlich in Österreich stattfindet. Wir werden da definitiv mehr Pitcher als in der ABL benötigen. Es gibt aber auch noch einige interessante österreichische Lösungen."
Die da wären?
"Ich glaube es ist kein Geheimnis, dass es in der BBL einige Talente und Routiniers gibt, die durchaus auch auf diesem Level ein Spiel gewinnen können."
Im zweiten Teil des Interviews erfahren Sie mehr über den Stellenwert der Athletics und warum die Liga endlich funktioniert.
"Harte Arbeit hat sich bezahlt gemacht"
Sebastian Libiseller ist der Mann, der bei den Mosquito Athletics Attnang-Puchheim im Hintergrund die Fäden zieht. Der 24-jährige Wirtschaftsstudent steht sportnet.at im Interview Rede und Antwort zum bisher erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte.
sportnet.at: Haben die Athletics mit dem ABL-Titel ihren sportlichen Plafond erreicht?
Sebastian Libiseller: "Jein. Mehr gibt es in Österreich nicht zu gewinnen, zumindest was die Senioren betrifft. Beim Nachwuchs haben wir Aufholbedarf. Natürlich schielen wir auch auf den Europacup-Titel. Wir wollen alles dafür tun auch im nächsten Jahr wieder im Finale der ABL zu stehen."
Die Athletics standen 2001 vor dem sportlichen Abgrund. Wie gelang es das Ruder herumzureißen?
"Uns blieb damals die Bundesligalizenz verwehrt, daher der Abstieg in die Regionalliga. Im Nachhinein gesehen war das für den Aufbau des Teams der richtige Zeitpunkt. Unser damaliger Coach John Lenzini hat die heutige Mannschaft im Grunde geformt. Er hat das mittelmäßige BBL-Team in die Top vier der ABL gebracht."
Die Athletics vertrauten in dieser Saison auf Routiniers und Legionäre, drängt sich der Nachwuchs nicht auf?
"Doch durchaus, es gibt vier Junioren, die bereits in der Startformation gestanden sind. Der Großteil unserer Spieler ist jetzt Mitte 20, also altersmäßig noch gar nicht wirklich zum alten Eisen zählt. Das die trotzdem schon als Routiniers gelten liegt vielleicht daran, dass sie fast alle seit den Anfängen des Baseball in Oberösterreich am Feld stehen."
Fakt ist aber auch, dass heuer kein Team so sehr von seinen Legionären profitiert hat - Zufall?
"Zufall würde ich das nicht nennen. Für uns galt immer: Wenn wir einen Pitcher holen, dann mindestens einen zweiten Strasser. Zu Mike Gehringer sind wir ja eher wie die Jungfrau zum Kind gekommen - das war so eigentlich nicht geplant."
Darf sich die Liga im nächsten Jahr auf eine ähnliche Gangart einstellen?
"Ob und wie das nächstes Jahr aussehen wird kann ich noch nicht sagen. Es wird sicher einen Head Coach geben. Ob ein ausländischer Spieler kommt, sehen wir spätestens beim Saisonauftakt. Wir hatten auch 2004 mit Chris Holt einen Pitcher mit Minor League Erfahrung, der die Liga dominiert hat. Wichtig ist für uns auch immer, dass derjenige menschlich zu uns passt."
Im Europacup wird wohl die Unterstützung eines Legionärs notwendig sein. Da warten ja mehrere Spiel innerhalb weniger Tage.
"Richtig. Der Europacup wird ein aufregendes Abenteuer, das diesmal hoffentlich in Österreich stattfindet. Wir werden da definitiv mehr Pitcher als in der ABL benötigen. Es gibt aber auch noch einige interessante österreichische Lösungen."
Die da wären?
"Ich glaube es ist kein Geheimnis, dass es in der BBL einige Talente und Routiniers gibt, die durchaus auch auf diesem Level ein Spiel gewinnen können."
Im zweiten Teil des Interviews erfahren Sie mehr über den Stellenwert der Athletics und warum die Liga endlich funktioniert.
Am letzten Finalwochenende waren jede Menge Zuschauer im A's Garden, eurer Heimstätte. Hat ein Baseballverein das Potential zum Zuschauermagneten?
"Wir haben bewiesen, dass auch ein sechsstündiger Baseball-Tag ein Event sein kann. Man darf das nicht mit einem Fussballspiel vergleichen. Die Zuschauer kommen und gehen. Viele Leute sind wegen der Party und dem Drumherum gekommen und wegen Baseball geblieben. Wir sind zufrieden mit der Entwicklung, werden das Ganze für 2009 aber natürlich noch auszubauen. Für uns ergeben sich dadurch mehr Möglichkeiten bei der Nachwuchsarbeit und der Sponsorensuche."
Sind die Athletics inzwischen zu einer Institution in der Region geworden?
"Die harte Arbeit unserer Mitglieder und Funktionäre hat sich bezahlt gemacht. Es hat auch lange gedauert aus einem belächelten Sport diesen sehr Ernst genommenen Verein aufzubauen. Dazu gehört eben mehr als der übliche Vereinsalltag. Wenn bei uns in der Region etwas los ist, kann man davon ausgehen, dass die Athletics mitmischen."
Ist es ein Zeichen der Wertschätzung, dass sich die ganze Baseball-Szene mit euch über den ersten ABL-Titel freut?
"Absolut. Wir haben in den letzten Tagen und Wochen sehr viele Glückwünsche erhalten. Das ist beinahe die größere Auszeichnung für unseren Verein. Wir wollten immer ein faires Team sein, dass auch anerkennen kann, wenn der Gegner besser war."
Für die A's scheint 2009 ein großes Jahr zu werden: Europacup, Stadionfertigstellung, Titelverteidigung - wo wird da der Schwerpunkt liegen?
"Das Stadion soll so schnell als möglich fertig werden. Der Schwerpunkt aber wird nächstes Jahr beim Nachwuchs liegen. Wir wollen noch mehr Kinder zum Baseball zu bringen und unseren Nachwuchs zu stärken. Die Titelverteidigung ist natürlich auch ein großes Thema, kampflos werden wir den Meistertitel nicht hergeben."
2009 gibt es zwei neue Teams in der ABL - Wie sind die beiden einzuschätzen?
"Schon in der Vergangenheit waren die Ducks immer für eine Überraschung gut. Ich traue ihnen einen Platz im vorderen Drittel zu. Auch die Blue Bats haben in den letzten Jahren toll entwickelt. In diesem Team steckt sehr viel Talent."
Die Liga scheint sich nach einigen strukturellen Problemen in den letzten Jahren nun gefangen zu haben. Wessen Verdienst ist das?
"Ob es da einen einzigen Verantwortlichen gibt, wage ich nicht zu beurteilen. Es ist aber sicher gut, wenn in der Ligaorganisation Kontinuität herrscht. Ich glaube, dass wir nun nach mehr als 20 Jahren Baseball in Österreich an einem Punkt sind, an dem es sich die Vereine dafür entscheiden, ob sie den großen Schritt Richtung halbprofessioneller Strukturen mitgehen wollen. Einige Vereine sind auf dem richtigem Weg, Aushängeschilder für den Baseballsport in Österreich zu werden."