,

 

  Kolumnen Newsletter Community Forum Game-Zone

Mittwoch, 20. Jänner 2010    von: David Szlezak

Österreich in ganz gefährlicher Situation

Hallo, liebe sportnet.at-User! Österreich hat gegen Dänemark eine gute Leistung gebracht, befindet sich jetzt allerdings in einer ganz gefährlichen Situation. Man darf sich nicht auf dem ersten Spiel ausruhen.


David Szlezak
David Szlezak

Viktor Szilagyi hat es angedeutet. Es ist eine ganz gefährliche Situation, wenn dir nach einer Niederlage der Gegner auch noch gratuliert. Gut spiele ich, wenn ich gewinne. Die Denkweise „Ach, wir waren ja gut und wenn wir so spielen wie gegen Dänemark, gewinnen wir gegen Island und Serbien“ kann sehr schnell nach hinten losgehen. Die nächsten zwei Spiele werden völlig unabhängig von der Partie gegen die Dänen. Das ist nun die wichtigste Aufgabe des Trainerstabs, dass die Mannschaft das verinnerlicht, dass man keine Zusammenhänge herstellen will.

sportnet.at-Nachbericht zum Spiel gegen Dänemark

Von den Lefties muss mehr kommen

Zum Spiel selbst: Das Ergebnis geht völlig in Ordnung. In der einen oder anderen Situation hat die Cleverness gefehlt bzw. ein routinierter Spieler, der Ruhe hineinbringt und die Big Points machen kann. Da kannst du auf diesem Niveau noch so schön spielen. Ein großes Problem war, dass im Rückraum entweder kein Linkshänder gespielt hat oder nicht die Leistung gebracht hat. Mit drei Rechtshändern ist es enorm schwierig, ins Spiel zu kommen.

Ohne Einzelkritik zu üben – da muss mehr kommen. Eine kleine Parallele zur Gruppe A: Norwegen hat keinen Linkshänder im Rückraum und gegen Kroatien als bessere Mannschaft verloren. Dänemark hat eindrucksvoll seine Klasse bewiesen und seine Favoriten-Stellung untermauert. Ich hatte auch das Gefühl, dass sie jederzeit noch eine Schippe drauflegen können.

Wilczynski im Fokus

Relativ wenig ist von den Flügeln gekommen, obwohl wir zwei Spieler haben, die in der deutschen Bundesliga reüssieren und daher mit unsere stärksten Positionen darstellen. Conny (Wilczynski, Anm.) hat aber schon den gesamten Herbst mit seiner Form gekämpft, wobei es bei ihm auch auf die Relationen ankommt, was man von ihm erwartet. Das Jahr, als er Torschützenkönig war, ist natürlich nicht mehr zu toppen. Außerdem wurde er im Vorfeld der EM durch viele Aktivitäten – auch bewusst – in den Fokus der Öffentlichkeit gestellt.

Völlig normale Situation

Conny ist jetzt mit einer Situation konfrontiert, die für einen Außenspieler völlig normal ist, nämlich dass er auf seiner Position keine Bälle bekommt bzw. die wenigen Chancen verwirft. Aber es wird jetzt zum Thema gemacht, weil man es von ihm nicht gewohnt ist. Mit dieser Situation muss er nun klarkommen. Es hat aber insofern keine große Aussagekraft, als dass auf internationaler Ebene bis auf wenige Ausnahmen weder Rechtsaußen noch Linksaußen Spiele entscheiden. Zumindest nicht über 60 Minuten hinweg, auch wenn sie ab und zu die Big Points machen oder das entscheidende Tor erzielen.

Wie reagiert Island?

Am Donnerstag wird die Frage sein, wie Island den vergebenen Sieg gegen Serbien verkraftet. Haben sie dadurch einen Dämpfer bekommen oder sind sie jetzt erst recht aggressiv? Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass es im Verlauf der Partie eine Chance geben wird und es dann darauf ankommt, ob die Spieler die Nerven bewahren und die richtigen Entscheidungen treffen. Island ist eine kollektiv starke Mannschaft, die auch unter Druck ihren Stiefel runterspielen kann. Die Chancenverwertung muss auf jeden Fall besser funktionieren, auch die Deckung, um den ein oder anderen Gegenstoß zu bekommen.

Slowenien richtig getippt

In meiner Einschätzung von Norwegen als Geheim-Favorit wurde ich trotz der Niederlage gegen Kroatien bestätigt. Die haben ein ganz starkes Spiel gemacht, von ihnen wird man noch eine Menge hören. Kroatien war einfach noch den Tick cleverer. Gespannt bin ich wie Deutschland auf die Niederlage gegen Polen reagiert. Auch das Unentschieden von Frankreich gegen Ungarn durfte man natürlich nicht erwarten. Bei unserem internen ORF-Tippspiel habe ich am Dienstag auf Slowenien getippt. Der Sieg gegen Schweden war zwar überraschend, aber ich habe es ihnen zugetraut.

Liebe Grüße

Euer David


David Szlezak absolvierte 157 Länderspiele für die österreichische Handball-Nationalmannschaft, war Legionär bei insgesamt fünf deutschen Vereinen und arbeitet in der Geschäftsstelle beim deutschen Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen.

David Szlezak wird unterstützt von www.digibet.com und arcotel.at

Österreich in ganz gefährlicher Situation

Hallo, liebe sportnet.at-User! Österreich hat gegen Dänemark eine gute Leistung gebracht, befindet sich jetzt allerdings in einer ganz gefährlichen Situation. Man darf sich nicht auf dem ersten Spiel ausruhen.

Viktor Szilagyi hat es angedeutet. Es ist eine ganz gefährliche Situation, wenn dir nach einer Niederlage der Gegner auch noch gratuliert. Gut spiele ich, wenn ich gewinne. Die Denkweise „Ach, wir waren ja gut und wenn wir so spielen wie gegen Dänemark, gewinnen wir gegen Island und Serbien“ kann sehr schnell nach hinten losgehen. Die nächsten zwei Spiele werden völlig unabhängig von der Partie gegen die Dänen. Das ist nun die wichtigste Aufgabe des Trainerstabs, dass die Mannschaft das verinnerlicht, dass man keine Zusammenhänge herstellen will.

sportnet.at-Nachbericht zum Spiel gegen Dänemark

Von den Lefties muss mehr kommen

Zum Spiel selbst: Das Ergebnis geht völlig in Ordnung. In der einen oder anderen Situation hat die Cleverness gefehlt bzw. ein routinierter Spieler, der Ruhe hineinbringt und die Big Points machen kann. Da kannst du auf diesem Niveau noch so schön spielen. Ein großes Problem war, dass im Rückraum entweder kein Linkshänder gespielt hat oder nicht die Leistung gebracht hat. Mit drei Rechtshändern ist es enorm schwierig, ins Spiel zu kommen.

Ohne Einzelkritik zu üben – da muss mehr kommen. Eine kleine Parallele zur Gruppe A: Norwegen hat keinen Linkshänder im Rückraum und gegen Kroatien als bessere Mannschaft verloren. Dänemark hat eindrucksvoll seine Klasse bewiesen und seine Favoriten-Stellung untermauert. Ich hatte auch das Gefühl, dass sie jederzeit noch eine Schippe drauflegen können.

Wilczynski im Fokus

Relativ wenig ist von den Flügeln gekommen, obwohl wir zwei Spieler haben, die in der deutschen Bundesliga reüssieren und daher mit unsere stärksten Positionen darstellen. Conny (Wilczynski, Anm.) hat aber schon den gesamten Herbst mit seiner Form gekämpft, wobei es bei ihm auch auf die Relationen ankommt, was man von ihm erwartet. Das Jahr, als er Torschützenkönig war, ist natürlich nicht mehr zu toppen. Außerdem wurde er im Vorfeld der EM durch viele Aktivitäten – auch bewusst – in den Fokus der Öffentlichkeit gestellt.

Völlig normale Situation

Conny ist jetzt mit einer Situation konfrontiert, die für einen Außenspieler völlig normal ist, nämlich dass er auf seiner Position keine Bälle bekommt bzw. die wenigen Chancen verwirft. Aber es wird jetzt zum Thema gemacht, weil man es von ihm nicht gewohnt ist. Mit dieser Situation muss er nun klarkommen. Es hat aber insofern keine große Aussagekraft, als dass auf internationaler Ebene bis auf wenige Ausnahmen weder Rechtsaußen noch Linksaußen Spiele entscheiden. Zumindest nicht über 60 Minuten hinweg, auch wenn sie ab und zu die Big Points machen oder das entscheidende Tor erzielen.

Wie reagiert Island?

Am Donnerstag wird die Frage sein, wie Island den vergebenen Sieg gegen Serbien verkraftet. Haben sie dadurch einen Dämpfer bekommen oder sind sie jetzt erst recht aggressiv? Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass es im Verlauf der Partie eine Chance geben wird und es dann darauf ankommt, ob die Spieler die Nerven bewahren und die richtigen Entscheidungen treffen. Island ist eine kollektiv starke Mannschaft, die auch unter Druck ihren Stiefel runterspielen kann. Die Chancenverwertung muss auf jeden Fall besser funktionieren, auch die Deckung, um den ein oder anderen Gegenstoß zu bekommen.

Slowenien richtig getippt

In meiner Einschätzung von Norwegen als Geheim-Favorit wurde ich trotz der Niederlage gegen Kroatien bestätigt. Die haben ein ganz starkes Spiel gemacht, von ihnen wird man noch eine Menge hören. Kroatien war einfach noch den Tick cleverer. Gespannt bin ich wie Deutschland auf die Niederlage gegen Polen reagiert. Auch das Unentschieden von Frankreich gegen Ungarn durfte man natürlich nicht erwarten. Bei unserem internen ORF-Tippspiel habe ich am Dienstag auf Slowenien getippt. Der Sieg gegen Schweden war zwar überraschend, aber ich habe es ihnen zugetraut.

Liebe Grüße

Euer David


David Szlezak absolvierte 157 Länderspiele für die österreichische Handball-Nationalmannschaft, war Legionär bei insgesamt fünf deutschen Vereinen und arbeitet in der Geschäftsstelle beim deutschen Bundesligisten Rhein-Neckar-Löwen.

David Szlezak wird unterstützt von www.digibet.com und arcotel.at