Montag, 01. Februar 2010 von: David Szlezak
Alles richtig gemacht
Hallo liebe sportnet.at-User! Die EURO in Österreich war wahrscheinlich die bestorganisierteste EM, die es je gegeben hat.

David Szlezak
Das ist auch von zahlreichen internationalen Beobachtern bestätigt worden. Am Wochenende war in der Wiener Stadthalle quasi die gesamte deutsche Bundesliga anwesend, auch viele Vertreter der spanischen Liga – eine andere Hausnummer als noch in der Hauptrunde. Und der eindeutige Tenor bestätigt: Der ÖHB hat eine rundum gelungene Veranstaltung durchgeführt.
Beste Mannschaft hat gewonnen
Sportlich gesehen waren die zwei besten Mannschaften im Finale und mit Frankreich hat die beste, größte und vor allem cleverste Mannschaft gewonnen. An der Spitze besteht meiner Meinung nach kein Unterschied zwischen Kroatien und Frankreich, dafür aber in der Breite. Claude Onesta hat um ein, zwei Varianten mehr zur Verfügung, Kroatien ist sehr von Balic, Vori und Duvnjak abhängig.
Island wollte Sieg mehr
In der ersten Halbzeit haben sie stärker gespielt als ich es erwartet hätte, aber danach waren die Franzosen überragend. Mit einem Karabatic oder einem Narcisse haben sie ebenfalls diese überragenden Einzelkönner wie die Kroaten. Und vor allem mit einem Omeyer, der immer seinen Level hält und einfach nicht unter ein gewisses Niveau fallen kann. Im Spiel um Platz drei wollte Island den Sieg etwas mehr, hat mehr Emotionen hineingebracht und daher verdient gewonnen – obwohl Polen vielleicht die etwas stärkere Mannschaft ist.
WM-Quali: Realistische Chance
Das österreichische Team darf sich nach der überragenden EM über einen weiteren Leckerbissen freuen. Mit der Niederlande als Gegner im Playoff zur WM-Qualifikation ist man zum ersten Mal in so einer Situation Favorit. Man hat es nun selbst in der Hand, in das internationale Rad – EM, WM-Playoff, WM,... – hineinzukommen. Nun heißt es, sich der Favoriten-Rolle zu stellen, professionell damit umzugehen. Unterschätzt werden dürfen die Niederlande natürlich auch nicht, sie haben keine schlechte Mannschaft.
Was die derzeit viel diskutierte Nachhaltigkeit betrifft: Es gibt Konzepte, Ansätze, nun kommt die Phase, in der angepackt werden muss, in der man in die Schulen gehen, den Vereinen helfen muss. Aber Konzepte bringen keine Kinder in die Hallen, sondern Vorbilder. Das ist ein Punkt, in dem ich Nachholbedarf sehe. Man benötigt dafür Persönlichkeiten aus der Handball-Szene, die sich der Sache annehmen.
Während der EM habe ich viele Persönlichkeiten getroffen, die das Handball-Geschehen in den letzten 20 Jahren geprägt haben und nur noch in der Beobachter-Rolle stehen. Auch diese Leute müsste man begeistern und einbinden. Die Mannschaft hat jedenfalls ihren Teil erledigt, nun ist der Verband dran.
Viktor hätte ins All-Star-Team gehört
Schade finde ich, dass Viktor (Szilagyi, Anm.) nicht in das All-Star-Team einberufen wurde. Für mich hätte er dorthin gehört. Das ändert aber nichts daran, dass die Mannschaft mit ihrer Vorstellung tatsächlich für ein kleines Wintermärchen gesorgt hat. An dieser Stelle wiederhole ich mich gerne und möchte dem Team noch einmal zur Leistung bei dieser Europameisterschaft gratulieren.
Persönlich war für mich die Experten-Rolle beim ORF eine schöne und interessante Aufgabe. Andi (Dittert, Anm.) und ich haben überwiegend positives Feedback bekommen und ich hoffe, einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben, den Handballsport gut zu präsentieren und in die Wohnzimmer zu bringen.
Liebe Grüße
Euer David
David Szlezak absolvierte 157 Länderspiele für die österreichische Handball-Nationalmannschaft, war Legionär bei insgesamt fünf deutschen Vereinen und arbeitet in der Geschäftsstelle beim deutschen Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen.
David Szlezak wird unterstützt von www.digibet.com und arcotel.at
Alles richtig gemacht
Hallo liebe sportnet.at-User! Die EURO in Österreich war wahrscheinlich die bestorganisierteste EM, die es je gegeben hat.
Das ist auch von zahlreichen internationalen Beobachtern bestätigt worden. Am Wochenende war in der Wiener Stadthalle quasi die gesamte deutsche Bundesliga anwesend, auch viele Vertreter der spanischen Liga – eine andere Hausnummer als noch in der Hauptrunde. Und der eindeutige Tenor bestätigt: Der ÖHB hat eine rundum gelungene Veranstaltung durchgeführt.
Beste Mannschaft hat gewonnen
Sportlich gesehen waren die zwei besten Mannschaften im Finale und mit Frankreich hat die beste, größte und vor allem cleverste Mannschaft gewonnen. An der Spitze besteht meiner Meinung nach kein Unterschied zwischen Kroatien und Frankreich, dafür aber in der Breite. Claude Onesta hat um ein, zwei Varianten mehr zur Verfügung, Kroatien ist sehr von Balic, Vori und Duvnjak abhängig.
Island wollte Sieg mehr
In der ersten Halbzeit haben sie stärker gespielt als ich es erwartet hätte, aber danach waren die Franzosen überragend. Mit einem Karabatic oder einem Narcisse haben sie ebenfalls diese überragenden Einzelkönner wie die Kroaten. Und vor allem mit einem Omeyer, der immer seinen Level hält und einfach nicht unter ein gewisses Niveau fallen kann. Im Spiel um Platz drei wollte Island den Sieg etwas mehr, hat mehr Emotionen hineingebracht und daher verdient gewonnen – obwohl Polen vielleicht die etwas stärkere Mannschaft ist.
WM-Quali: Realistische Chance
Das österreichische Team darf sich nach der überragenden EM über einen weiteren Leckerbissen freuen. Mit der Niederlande als Gegner im Playoff zur WM-Qualifikation ist man zum ersten Mal in so einer Situation Favorit. Man hat es nun selbst in der Hand, in das internationale Rad – EM, WM-Playoff, WM,... – hineinzukommen. Nun heißt es, sich der Favoriten-Rolle zu stellen, professionell damit umzugehen. Unterschätzt werden dürfen die Niederlande natürlich auch nicht, sie haben keine schlechte Mannschaft.
Was die derzeit viel diskutierte Nachhaltigkeit betrifft: Es gibt Konzepte, Ansätze, nun kommt die Phase, in der angepackt werden muss, in der man in die Schulen gehen, den Vereinen helfen muss. Aber Konzepte bringen keine Kinder in die Hallen, sondern Vorbilder. Das ist ein Punkt, in dem ich Nachholbedarf sehe. Man benötigt dafür Persönlichkeiten aus der Handball-Szene, die sich der Sache annehmen.
Während der EM habe ich viele Persönlichkeiten getroffen, die das Handball-Geschehen in den letzten 20 Jahren geprägt haben und nur noch in der Beobachter-Rolle stehen. Auch diese Leute müsste man begeistern und einbinden. Die Mannschaft hat jedenfalls ihren Teil erledigt, nun ist der Verband dran.
Viktor hätte ins All-Star-Team gehört
Schade finde ich, dass Viktor (Szilagyi, Anm.) nicht in das All-Star-Team einberufen wurde. Für mich hätte er dorthin gehört. Das ändert aber nichts daran, dass die Mannschaft mit ihrer Vorstellung tatsächlich für ein kleines Wintermärchen gesorgt hat. An dieser Stelle wiederhole ich mich gerne und möchte dem Team noch einmal zur Leistung bei dieser Europameisterschaft gratulieren.
Persönlich war für mich die Experten-Rolle beim ORF eine schöne und interessante Aufgabe. Andi (Dittert, Anm.) und ich haben überwiegend positives Feedback bekommen und ich hoffe, einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben, den Handballsport gut zu präsentieren und in die Wohnzimmer zu bringen.
Liebe Grüße
Euer David
David Szlezak absolvierte 157 Länderspiele für die österreichische Handball-Nationalmannschaft, war Legionär bei insgesamt fünf deutschen Vereinen und arbeitet in der Geschäftsstelle beim deutschen Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen.
David Szlezak wird unterstützt von www.digibet.com und arcotel.at