,

 

  Kolumnen Newsletter Community Forum Game-Zone

Mittwoch, 27. Jänner 2010    von: David Szlezak

Nichts für schwache Nerven

Hallo liebe sportnet.at-User! Das Spiel gegen Kroatien war nichts für schwache Nerven. Ein über weite Strecken attraktives, spannendes, emotionales und kampfbetontes Handballspiel – also alles, was das Herz begehrt. Die Mannschaft hat die Übermacht Kroatien mit einer tollen Leistung in die Ecke gedrängt.


David Szlezak
David Szlezak

Zur Schiedsrichter-Leistung möchte ich sagen, dass es völlig normal ist, dass Österreich bei den Referees keine Lobby hat. Die muss man sich einfach über konstante, längerfristige Leistung erarbeiten. Natürlich gab es den ein oder anderen schlechten Pfiff – aber über einen langen Zeitraum gleicht sich so etwas immer aus. Ich denke, sie wollten partout nicht als Heim-Schiris gelten.

Man muss gewisse Dinge akzeptieren

Es ist natürlich leichter, das Ganze von außerhalb zu beurteilen. Ich sehe das beispielsweise mit ganz anderen Emotionen als die Spieler, man muss sicherlich ein gewisses Verständnis für die Reaktionen aufbringen. Ich denke allerdings, dass sie nicht gut daran tun, sich öffentlich so zu äußern. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Es gehört einfach zum Leben eines Profi-Sportlers dazu, gewisse Dinge, die man nicht beeinflussen kann, zu akzeptieren.

Die Leistung in den Mittelpunkt stellen

Ich finde es jedenfalls schade, dass so viel über die Schiedsrichter berichtet wird. Es war ein Super-Spiel der Mannschaft. Sie hat die Kroaten vor eine schwierige Herausforderung gestellt. Es war ein richtiges Handball-Fest mit allem, was dazugehört – verschiedene Deckungs-Varianten, gute Torhüter, Gegenstöße, eine großartige Stimmung. So etwas hat Österreich in dieser Form noch nie erlebt.

Darüber sollte man sprechen. Und darüber, was ab Montag passieren wird, wie man so etwas in Zukunft wiederholen kann und nicht über die nicht vorhandene Lobby bei den Schiedsrichtern, die sowieso Tatsache ist. Allerdings bemerke ich, dass im Hintergrund die Leute durchaus daran zu denken beginnen, was ab Montag passieren wird.

Einmal geht’s noch

Die Mannschaft selbst soll jedoch den freien Tag genießen, sich pflegen, regenerieren und am Donnerstag noch einmal eine starke kämpferische Leistung abliefern. Ich will nicht sagen, dass Österreich Favorit ist, aber das Team wird wieder mit genauso wenig Respekt wie schon vor den anderen großen Gegnern in das Match hineingehen und erneut seine Chancen vorfinden. Auch die Russen haben ihren Stolz und werden sich nicht vom Gastgeber abschießen lassen wollen. Es wird also sicherlich noch einmal eine schöne Partie.

Spannender Halbfinal-Kampf

Im Kampf um das Halbfinale gibt es sehr interessante Ausgangs-Positionen. Wenn Frankreich verliert und Spanien gewinnt, sind sie weg. Ich denke allerdings, dass es die Franzosen gemeinsam mit den Polen schaffen werden. In „unserer“ Gruppe habe ich ja bis kurz vor Spielende am Dienstag auf Norwegen getippt. Sie haben auch den besseren Handball als Dänemark gespielt, aber leider unglücklich verloren.

Island for Gold

Jetzt stelle ich mich auf die Seite der Isländer. Sie haben eine gute Mischung, harmonieren hervorragend und haben drei Spieler von meinen Löwen in den Reihen. Auch Kroatien kann es noch erwischen, aber ich denke, dass sie sich das nicht mehr nehmen lassen. In den Partien zwischen den Topteams wird allerdings bei gleichem, hochwertigen Niveau die Tagesform bzw. der ein oder andere Geniestreich entscheiden.

Im Kampf um den Titel sieht es derzeit so aus, als ob Polen das Rennen machen könnte. Sie spielen sehr konstant, attraktiv, sind körperlich sehr stark. Ich hoffe auf ein Finale zwischen Island und Polen, dann haben wir von den Rhein-Neckar Löwen alles richtig gemacht.

Liebe Grüße

Euer David


David Szlezak absolvierte 157 Länderspiele für die österreichische Handball-Nationalmannschaft, war Legionär bei insgesamt fünf deutschen Vereinen und arbeitet in der Geschäftsstelle beim deutschen Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen.

David Szlezak wird unterstützt von www.digibet.com und arcotel.at

Nichts für schwache Nerven

Hallo liebe sportnet.at-User! Das Spiel gegen Kroatien war nichts für schwache Nerven. Ein über weite Strecken attraktives, spannendes, emotionales und kampfbetontes Handballspiel – also alles, was das Herz begehrt. Die Mannschaft hat die Übermacht Kroatien mit einer tollen Leistung in die Ecke gedrängt.

Zur Schiedsrichter-Leistung möchte ich sagen, dass es völlig normal ist, dass Österreich bei den Referees keine Lobby hat. Die muss man sich einfach über konstante, längerfristige Leistung erarbeiten. Natürlich gab es den ein oder anderen schlechten Pfiff – aber über einen langen Zeitraum gleicht sich so etwas immer aus. Ich denke, sie wollten partout nicht als Heim-Schiris gelten.

Man muss gewisse Dinge akzeptieren

Es ist natürlich leichter, das Ganze von außerhalb zu beurteilen. Ich sehe das beispielsweise mit ganz anderen Emotionen als die Spieler, man muss sicherlich ein gewisses Verständnis für die Reaktionen aufbringen. Ich denke allerdings, dass sie nicht gut daran tun, sich öffentlich so zu äußern. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Es gehört einfach zum Leben eines Profi-Sportlers dazu, gewisse Dinge, die man nicht beeinflussen kann, zu akzeptieren.

Die Leistung in den Mittelpunkt stellen

Ich finde es jedenfalls schade, dass so viel über die Schiedsrichter berichtet wird. Es war ein Super-Spiel der Mannschaft. Sie hat die Kroaten vor eine schwierige Herausforderung gestellt. Es war ein richtiges Handball-Fest mit allem, was dazugehört – verschiedene Deckungs-Varianten, gute Torhüter, Gegenstöße, eine großartige Stimmung. So etwas hat Österreich in dieser Form noch nie erlebt.

Darüber sollte man sprechen. Und darüber, was ab Montag passieren wird, wie man so etwas in Zukunft wiederholen kann und nicht über die nicht vorhandene Lobby bei den Schiedsrichtern, die sowieso Tatsache ist. Allerdings bemerke ich, dass im Hintergrund die Leute durchaus daran zu denken beginnen, was ab Montag passieren wird.

Einmal geht’s noch

Die Mannschaft selbst soll jedoch den freien Tag genießen, sich pflegen, regenerieren und am Donnerstag noch einmal eine starke kämpferische Leistung abliefern. Ich will nicht sagen, dass Österreich Favorit ist, aber das Team wird wieder mit genauso wenig Respekt wie schon vor den anderen großen Gegnern in das Match hineingehen und erneut seine Chancen vorfinden. Auch die Russen haben ihren Stolz und werden sich nicht vom Gastgeber abschießen lassen wollen. Es wird also sicherlich noch einmal eine schöne Partie.

Spannender Halbfinal-Kampf

Im Kampf um das Halbfinale gibt es sehr interessante Ausgangs-Positionen. Wenn Frankreich verliert und Spanien gewinnt, sind sie weg. Ich denke allerdings, dass es die Franzosen gemeinsam mit den Polen schaffen werden. In „unserer“ Gruppe habe ich ja bis kurz vor Spielende am Dienstag auf Norwegen getippt. Sie haben auch den besseren Handball als Dänemark gespielt, aber leider unglücklich verloren.

Island for Gold

Jetzt stelle ich mich auf die Seite der Isländer. Sie haben eine gute Mischung, harmonieren hervorragend und haben drei Spieler von meinen Löwen in den Reihen. Auch Kroatien kann es noch erwischen, aber ich denke, dass sie sich das nicht mehr nehmen lassen. In den Partien zwischen den Topteams wird allerdings bei gleichem, hochwertigen Niveau die Tagesform bzw. der ein oder andere Geniestreich entscheiden.

Im Kampf um den Titel sieht es derzeit so aus, als ob Polen das Rennen machen könnte. Sie spielen sehr konstant, attraktiv, sind körperlich sehr stark. Ich hoffe auf ein Finale zwischen Island und Polen, dann haben wir von den Rhein-Neckar Löwen alles richtig gemacht.

Liebe Grüße

Euer David


David Szlezak absolvierte 157 Länderspiele für die österreichische Handball-Nationalmannschaft, war Legionär bei insgesamt fünf deutschen Vereinen und arbeitet in der Geschäftsstelle beim deutschen Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen.

David Szlezak wird unterstützt von www.digibet.com und arcotel.at