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Mittwoch, 15. Juli 2009    von: Christoph Luke

Hattenberger verursacht Kolumnen-Verbot

Ehrlichkeit wird bestraft. Austrias Matthias Hattenberger lästert zuerst über Neuzugang Julian Baumgartlinger, wird dann aber zurück gepfiffen. Die Veilchen ziehen die Reißleine.


Christoph Luke
Christoph Luke

Vor knapp zwei Monaten äußerte sich Matthias Hattenberger wenig schmeichelhaft über Julian Baumgartlinger, Neuerwerbung der Veilchen, obwohl der zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in Wien war. In seiner Kolumne auf sportnet.at ließ Hattenberger unter anderem schreiben:

"Ich kann sie (die Transferpolitik der Austria, Anm.) zwar nicht beeinflussen. Doch wer ist Julian Baumgartlinger? Der soll sich einmal bei mir vorstellen. Er ist für die Austria keine Verstärkung. Die Spieler, die auf meiner Position im defensiven Mittelfeld besser wären als ich, kann sich die Austria nicht leisten."

Der Aufschrei war groß. Die Tageszeitung Österreich berichtete am Tag des ÖFB-Stiegl-Cup-Endspiels über Hattenbergers Kolumne, der Kurier legte vor rund drei Wochen nach. Online regte sich unter den Fans Unmut über die Aussagen, wie in diesem Blog nachzulesen ist.

Nun kann man argumentieren, dass Hattenberger vor dem Gespräch mit dem sportnet.at-Redakteur zu lange in der Sonne gesessen habe, verärgert war oder seinen Platz im defensiven FAK-Mittelfeld schlichtweg gefährdet sah. Wie ballverliebt.eu schreibt, reichte die Bandbreite der Fan-Meinungen von "arrogant", "größenwahnsinnig" bis hin zu "unsympathisch".

Man kann aber auch behaupten, dass Hattenberger einfach genau das meinte, was er sagte. Der Tiroler, der als "grader Michl" bekannt ist, hat nur unterschätzt, dass sich das geschriebene Wort oft anders anhört als das gesprochene. International würde man von bärenstarkem Selbstvertrauen sprechen. Hierzulande ist der "Hatti" halt nicht ganz dicht, wenn er seine Meinung sagt.

Hattenberger wurde vor versammelter Mannschaft von Trainer und Sport-Manager der Kopf gewaschen. Die Spieler fanden Hattenbergers Wortwahl übrigens recht lustig, wie aus Favoriten überliefert ist. Auch Baumgartlinger selbst nahm es dem Vernehmen nach nicht so tragisch. Austrias Nummer acht ruderte trotzdem medial unter anderem via derStandard.at zurück, sprach davon, dass seine Aussagen nicht ganz korrekt wiedergegeben worden wären.

Was so nicht stimmt.

Der sportnet.at-Redakteur erkundigte sich vor dem Freischalten der Kolumne nochmal telefonisch bei Hattenberger, ob er tatsächlich wolle, dass der Text in dieser Form online gehe und wies den Spieler darauf hin, dass seine Aussagen durchaus Folgen haben könnten. Der 30-Jährige hatte nichts dagegen und willigte ein.

Die Wiener Austria zog aus der Causa ihre ganz persönlichen Lehren und erklärte den bis zu diesem Zeitpunkt erfrischend unverkrampften Umgang von Spielern mit der Presse für beendet. Bisher arbeitete man nach dem (sehr richtigen) Motto: die Spieler sind alt genug, sie müssen selbst wissen, was sie einem Journalisten sagen. Nun gibt es für ausnahmslos alle Austria-Spieler ein Kolumnen-Verbot.

Die Spieler sollen als Angestellte des Klubs in Zukunft - Meinungsfreiheit hin oder her - geschützt werden, heißt es.

Der Hintergrund ist so einfach wie menschlich: bei allzu kritischen Tönen, die Austria-Spieler via Kolumne anschlagen, läutet das Handy des General Managers für dessen Geschmack zu oft. Und das ist ihm einfach zu mühsam.

Hattenberger verursacht Kolumnen-Verbot

Ehrlichkeit wird bestraft. Austrias Matthias Hattenberger lästert zuerst über Neuzugang Julian Baumgartlinger, wird dann aber zurück gepfiffen. Die Veilchen ziehen die Reißleine.

Vor knapp zwei Monaten äußerte sich Matthias Hattenberger wenig schmeichelhaft über Julian Baumgartlinger, Neuerwerbung der Veilchen, obwohl der zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in Wien war. In seiner Kolumne auf sportnet.at ließ Hattenberger unter anderem schreiben:

"Ich kann sie (die Transferpolitik der Austria, Anm.) zwar nicht beeinflussen. Doch wer ist Julian Baumgartlinger? Der soll sich einmal bei mir vorstellen. Er ist für die Austria keine Verstärkung. Die Spieler, die auf meiner Position im defensiven Mittelfeld besser wären als ich, kann sich die Austria nicht leisten."

Der Aufschrei war groß. Die Tageszeitung Österreich berichtete am Tag des ÖFB-Stiegl-Cup-Endspiels über Hattenbergers Kolumne, der Kurier legte vor rund drei Wochen nach. Online regte sich unter den Fans Unmut über die Aussagen, wie in diesem Blog nachzulesen ist.

Nun kann man argumentieren, dass Hattenberger vor dem Gespräch mit dem sportnet.at-Redakteur zu lange in der Sonne gesessen habe, verärgert war oder seinen Platz im defensiven FAK-Mittelfeld schlichtweg gefährdet sah. Wie ballverliebt.eu schreibt, reichte die Bandbreite der Fan-Meinungen von "arrogant", "größenwahnsinnig" bis hin zu "unsympathisch".

Man kann aber auch behaupten, dass Hattenberger einfach genau das meinte, was er sagte. Der Tiroler, der als "grader Michl" bekannt ist, hat nur unterschätzt, dass sich das geschriebene Wort oft anders anhört als das gesprochene. International würde man von bärenstarkem Selbstvertrauen sprechen. Hierzulande ist der "Hatti" halt nicht ganz dicht, wenn er seine Meinung sagt.

Hattenberger wurde vor versammelter Mannschaft von Trainer und Sport-Manager der Kopf gewaschen. Die Spieler fanden Hattenbergers Wortwahl übrigens recht lustig, wie aus Favoriten überliefert ist. Auch Baumgartlinger selbst nahm es dem Vernehmen nach nicht so tragisch. Austrias Nummer acht ruderte trotzdem medial unter anderem via derStandard.at zurück, sprach davon, dass seine Aussagen nicht ganz korrekt wiedergegeben worden wären.

Was so nicht stimmt.

Der sportnet.at-Redakteur erkundigte sich vor dem Freischalten der Kolumne nochmal telefonisch bei Hattenberger, ob er tatsächlich wolle, dass der Text in dieser Form online gehe und wies den Spieler darauf hin, dass seine Aussagen durchaus Folgen haben könnten. Der 30-Jährige hatte nichts dagegen und willigte ein.

Die Wiener Austria zog aus der Causa ihre ganz persönlichen Lehren und erklärte den bis zu diesem Zeitpunkt erfrischend unverkrampften Umgang von Spielern mit der Presse für beendet. Bisher arbeitete man nach dem (sehr richtigen) Motto: die Spieler sind alt genug, sie müssen selbst wissen, was sie einem Journalisten sagen. Nun gibt es für ausnahmslos alle Austria-Spieler ein Kolumnen-Verbot.

Die Spieler sollen als Angestellte des Klubs in Zukunft - Meinungsfreiheit hin oder her - geschützt werden, heißt es.

Der Hintergrund ist so einfach wie menschlich: bei allzu kritischen Tönen, die Austria-Spieler via Kolumne anschlagen, läutet das Handy des General Managers für dessen Geschmack zu oft. Und das ist ihm einfach zu mühsam.

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